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NWZonline.de Region Delmenhorst

„Ganz viele Menschen werden hier bleiben“

23.11.2018

Delmenhorst Sorgen macht sich Jörn Stilke, Chef der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch. Sorgen darum, welche Folgen die Schließung von Integrations-fördernden Einrichtungen gerade für junge Zuwanderer in der Stadt haben wird. Betroffen sind die Kausa-Servicestelle, die sich um den Übergang junger Migranten von der Schule in den Beruf bzw. die Ausbildung kümmert und zum Jahresende wegen des Auslaufens der Fördermittel ihre Arbeit einstellen wird, und ein Projekt für EU-Zuzügler aus Osteuropa, getragen von Diakonie und Arbeiterwohlfahrt.

Stilke glaubt, dass das Thema Integration die Stadt noch viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, weiterbeschäftigen wird. „So wie ich das wahrnehme, werden ganz viele Menschen hierbleiben. Die suchen ihre Zukunft in Delmenhorst. Deswegen sollte man die Hilfen ausbauen, aber auf keinen Fall reduzieren“, sagt er. Bildung und Ausbildung seien ein Stück Teilhabe: „Wir sollten darüber reden, ob es sinnvoll ist, in diesem Bereich Kürzungen vorzunehmen. Schulsozialarbeit allein kann das nicht tragen.“

Viele Bürgerinnen und Bürger verträten ja die Meinung, dass der Zuzug von Flüchtlingen und Migranten aus Osteuropa die Kriminalität in der Stadt erhöht habe. Natürlich gäbe es Brennpunkte, so der Leitende Kriminaldirektor, etwa am Bahnhof und im Wollepark. Aber die Zahlen bewiesen etwas anderes als das gefühlte Unsicherheitsempfinden. „In 2017 hatten wir das geringste Kriminalitätsniveau, seit die Statistiken geführt werden.“ Seien es im Jahr 1993 noch 11 000 registrierte Straftaten in der Stadt gewesen, wären in 2017 nur noch 6100 Taten festgestellt worden. Das liege auch an der in Delmenhorst „gelebten“ Prävention. „Integrationsarbeit“, so Stilke, „ist die beste zivile Prävention, die wir leisten können."

Allerdings sei der Anteil der Nichtdeutschen an den Tatverdächtigen mit 33 Prozent ungleich höher als der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung, der in der Stadt bei derzeit 14 Prozent liegt. Besonders auffällig seien die EU-Zuzügler, wohingegen der Anteil der Asylbewerber an den Tatverdächtigen „deutlich unter dem Durchschnitt in Niedersachsen liegt“. Stilke: „Das ist für uns ein Warnsignal. Allen Menschen muss daran gelegen sein, dass sie ohne schlechtes Bauchgefühl auf die Straße gehen können. Mir kommen die Nackenhaare hoch, wenn ich merke, dass wir uns da zurückziehen.“

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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