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NWZonline.de Region Delmenhorst

Tafel Delmenhorst gehen Ehrenamtliche aus

12.07.2019

Delmenhorst Eigentlich bräuchten sie zehn bis 15 Ehrenamtliche mehr, sagt Walburga Bähre. Sie ist 1. Vorsitzende der Delmenhorster Tafel. Zusammen mit Michael Adam ergibt das schon den kompletten Vorstand des Vereins, es fehlt an Beteiligung.

„Wir können nun mal nichts zahlen und es gibt keine Aufwandsentschädigung“, sagt Walburga Bähre. Oft habe sie es in der Vergangenheit erlebt, dass Ehrenamtliche mit einem unrealistischen Anspruch ankämen. Viele wären gekommen und nach kurzer Zeit auch wieder gegangen, sehr zum Leidwesen des Zusammenhalts der ganzen Crew.

Rund 35 Freiwillige arbeiten in Delmenhorst bei der Tafel mit, dazu kommen noch Ehrenamtliche in den Außenstellen Ganderkesee und Hude. Zwischen sieben Uhr morgens und zwölf Uhr mittags ist Hochzeit in der Tafel: Viele helfende Hände sind gefragt, Waren müssen sortiert werden, Gemüse gesäubert werden, und alles natürlich an die Kunden herausgegeben werden. „Oft müssen die, die schon länger dabei sind, die Arbeit ausgleichen, weil schon wieder einer von den neuen nicht gekommen ist“, sagt Bähre. Solche Unzuverlässigkeiten schleiften den ganzen Betrieb.

Helfer meist älter

Die Mehrheit der Helfer ist älter, um die 70 und aufwärts. Die älteste Helferin ist 83 Jahre alt. Solange man noch mit anpacken kann, spiele das Alter keine Rolle, meint Bähre. Fünf Fahrer hat die Tafel momentan, auch dort werden noch Unterstützer gesucht. Jeden Tag gilt es im Schnitt 20 Sponsoren anzufahren und Ware abzuholen, um die insgesamt 4600 Tafelgäste die diese Einrichtung aufsuchen, versorgen zu können. „Viele Familien sind auf unsere Unterstützung angewiesen“, sagt Michael Adam. Familien mit bis zu neun Kindern stünden hier beinahe täglich vor der Tür. Momentaner Stand: Urlaub geht für Bähre nur noch einmal im Jahr. Ansonsten gibt es zu wenig Unterstützer. Wenn morgens angekündigte Helfer nicht auftauchen, wird es eng für die Tagesabläufe. Und das wäre mittlerweile beinahe jeden Morgen so, sagt Adam. Vor ein paar Monaten versuchten sie es mit einem Teamleiter. Immer ein Mensch pro Woche wurde zum Teamleiter ernannt und dieser koordinierte die anderen. „Auch da mangelte es immens an Disziplin“, sagt Bähre.

Nicht nur Helfer bezüglich der Waren, benötigt die Tafel. Auch Büroarbeiten stauen sich. „Ich schaffe es nicht mal mehr hier aufzuräumen, weil ich keine Zeit finde“, sagt Bähre. Nur Büroarbeiten leistet hier aber keiner, das machen Bähre und Adam nebenher. Sie wünschen sich, dass sie Jemanden hätten, den sie Stück für Stück mit allem vertraut machen können und der dann später einmal die Vorstandsarbeit auch übernehmen kann. Denn es zeichnet sich jetzt schon ab: Lange kann Bähre den „Job“ nicht mehr machen: Gesundheitlich habe ihr ihr Arzt schon „die rote Karte gegeben“, wie sie sagt.

Der Traum-Ehrenamtliche:

Und so sollte der ideale Ehrenamtliche sein: Ganz wichtig ist für beide Vorstandsmitglieder, dass alle die dort mithelfen, auch wirklich den „Sinn für die Tafel“ mitbringen. Sprich eine Selbstverständlichkeit zu helfen und freundlich zu Fremden zu sein. Physisch belastbar sollte man zudem auch sein. Psychisch, da kommt es dann darauf an, inwiefern dies den Alltag behindert. „Wir haben hier schon unsere Sensibelchen“, sagt Bähre. Auf die Gemüter Rücksicht zu nehmen leuchtet Bähre ein: „Man kann ja auch nicht noch in die Kerbe hineinhauen, das bringt ja gar nichts.“

Ein „hartes Fell“ schade jedoch nicht, sagt Adam. „Manchmal kommt es schon vor, dass auch mal Kunden harsch werden.“ Wenn jemand kein Deutsch spreche, sei das im Übrigen noch kein Problem. „Wir haben hier auch Mithelfende, die Englisch und Arabisch übersetzen können“, weiß Adam. Zur Not dann eben mit Händen und Füßen, scherzt Adam. Neben Menschen die ganz klassisch mit anpacken, sprich vor allem Lebensmittelkisten hieven, sucht die Tafel auch Menschen, die noch ein bisschen mehr Verantwortung übernehmen: „Die Posten für den Schriftführer, den 1. Beisitzer und den 1. Stellvertreter sind noch zu vergeben“, sagt Bähre. Wie bei jedem Verein aber auch, müsse sich dafür zunächst jemand aufstellen lassen, der dann gewählt wird. „Momentan will aber keiner“, so Bähre.

Bei alle den Problemen und Zwistigkeiten, vergessen beide aber nie den Grund für ihre Arbeit. „Ich mache das ehrenamtlich aus Überzeugung“, sagt Adam. Und es gebe im Alltag auch immer mal wieder diese Momente, in denen der Rentner auch Dankbarkeit zurück bekomme, das baue auf.

Freya Adameck Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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