Delmenhorst - Schon vor der Eröffnung am Freitag sind erste Bestandteile der neuen Ausstellung „Das Delmenhorster Modell“ im Haus Coburg zu sehen: Fünf Schafe und eine Ziege verbringen eine Woche lang ihre Tage auf der Wiese neben der städtischen Galerie. Jeden Morgen bringt Wanderschäfer Karl-Heinz Becker sie hin und holt sie abends wieder ab.

„Schafe werden unterschätzt“, sagt Künstler Georg Winter. „Sie sind geduldig und aufmerksam.“ Die Tiere bilden einen Übergang von der „Institution Museum“ hinaus in die Stadt. Die nächste Station ist beim Nachbarschaftszentrum Wollepark. Dessen Bewohnerinnen und Bewohner werden ganz besonders einbezogen. Mit einigen hat der Künstler Regale aus herumliegenden Dingen gezimmert. Außerdem haben die Bewohner Einladungen zur Eröffnung erhalten. Gegen Vorlage können sie die Ausstellung danach kostenlos besuchen.

„Delmenhorster Modell“ im Haus Coburg

Die Ausstellung „Das Delmenhorster Modell“ von Georg Winter wird an diesem Freitag um 20 Uhr eröffnet.

Bis zum 11. November ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, donnerstags bis 20 Uhr.

Das Programm finden Sie unter

Im Haus Coburg geht das Delmenhorster Modell weiter mit einer oft interaktiven Ausstellung. Im Erschütterungsraum etwa können zwei Menschen Platz nehmen, während andere den Raum von außen erschüttern – eine künstlerische Darstellung „latenter Unsicherheit“. Parallel zur Ausstellung füllt die fünfköpfige Künstlergruppe Fence Dance International die Remise mit Videos und Installationen rund um Grenzen jeglicher Art.

Annett Reckert ist froh, Winter für eine Ausstellung gewonnen zu haben. Sie schätze an seiner Arbeit, dass diese präzise und klar, dabei aber nicht naiv sei.

Wer den Künstler treffen möchte, kann am Sonntag, 9. September, ab 15 Uhr dabei sein, wenn Reckert mit Winter und dem Wanderschäfer über Stadtverschafung und Schafhaltung spricht.