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NWZonline.de Region Delmenhorst

„Das geht nur mit Sprache“

06.08.2018

Delmenhorst „Wir haben beim Reifenwechseln gesehen, dass er arbeiten kann. Er hat Talent und ist charakterlich ein guter Junge“, sagt Manfred Engelbart vom gleichnamigen Delmenhorster Toyota- und Mazda-Autohaus. Für Dloevan Alali war das dreimonatige Praktikum, das er bei Engelbart absolvierte, in der Jahreszeit, in der die Autofahrer von Sommer- auf Winterreifen umsteigen, der Einstieg. Der gute Eindruck, den der 23-Jährige hinterlassen hatte, verhalf ihm zu einem Ausbildungsvertrag als Kfz-Mechatroniker. Zum 1. August, im Anschluss an eine achtmonatige Einstiegsqualifizierung, in der er bereits die Berufsschule besuchte, trat er seinen Ausbildungsplatz an.

Dloevan Alali stammt aus einer bürgerlichen Familie aus dem kurdischen Teil Syriens. Kurden und der Islamische Staat (IS), der große Teile des Landes besetzt hält, sind erbitterte Feinde. Bedrohungen durch IS-Mitglieder waren für Alali vor zweieinhalb Jahren Anlass, als einziges Mitglied seiner Familie – das war auch eine Frage der Kosten – Syrien zu verlassen. Damals hatte er gerade erst mit einem Studium der arabischen Sprache begonnen. Jetzt ist es die deutsche Sprache, mit der er sich herumschlägt. Aber inzwischen so gut, dass Firmenchef Engelbart keine Bedenken mehr hat, ihn als Azubi einzustellen. „Das ist ein mittlerweile hochtechnisierter Beruf. Das geht nur mit Sprache“, so Engelbart.

Über die Türkei, Griechenland, Ungarn und Österreich kam Alali nach Deutschland, lebte zunächst in Leipzig. Nach Delmenhorst kam er, weil hier schon Freunde von ihm lebten. Er hat eine befristete Aufenthaltserlaubnis von drei Jahren, die aber nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss verlängert werden kann.

Dloevan Alali hatte sicherlich auch ein bisschen Glück. Die Kausa-Servicestelle, die sich um die berufliche Integration junger Migranten und Flüchtlinge kümmert, hat ihn Jürgen Schulenberg als Mentor zur Seite gestellt. Nachdem es in Alalis Wunschberuf – Zahntechniker – aufgrund der kaum vorhandenen Ausbildungsmöglichkeiten nicht klappen wollte, ging Schulenberg zu Engelbart und vermittelte seinem Schützling das Praktikum. Jetzt läuft’s für Alali, den sie im Betrieb alle nur „Andi“ nennen.

Wolfgang Bednarz
Delmenhorst
Redaktion Delmenhorst
Tel:
04221 9988 3
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