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NWZonline.de Region Delmenhorst

Gesangverein Teutonia Delmenhorst: Ihre Stimme bringt Chor zum Strahlen

24.02.2020

Delmenhorst „Freude schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium“, schallt es aus rund 100 Kehlen. „Wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligtum.“ Der Ton erfüllt die Aula des Willms-Gymnasiums in Delmenhorst. Stefanie Golisch strahlt über das ganze Gesicht. Ihre Zähne blitzen auf, die Wangen sind leicht gerötet. Die Chorleiterin ist bei der Probe mit Feuereifer dabei. „Das war schon gut. Ihr singt es aber noch zu ernst. Ich will die Freunde hören“, fordert Golisch ihren Chor auf.

Mit ganz gewöhnlichen Frauen und Männern aus Delmenhorst hat die 45-Jährige einen Chor geformt, von dem man gerne hört. Das zeigt sich auch an den Mitgliederzahlen. Während andere angestammte Vereine überall ums Überleben ringen, bleibt der Gesangverein Teutonia-Delmenhorst stabil. Genau 108 aktive Mitglieder zählen die Vorsitzende Sabine Heruth und Pressewart Uwe Wiest beim größten Chor in Delmenhorst. „Zuletzt hatten wir wieder einige Eintritte“, freut sich Heruth.

Elisabeth Schwarzkopf als Lehrerin

Vorerfahrungen müssen die Chorteilnehmer nicht mitbringen. Golisch holt die Leute dort ab, wo sie gesanglich stehen. Sie zeigt sich aber auch als Perfektionistin. Immer wieder unterbricht sie die Sängerinnen und Sänger, gibt kleine technische Korrekturen und stimmt die Stimmlagen Sopran, Alt, Tenor und Bass einzeln aufeinander ab. „Wir wollen gut abliefern“, sagt die Dirigentin, die den Chor Ende 2016 übernommen hatte. Professioneller Anspruch und Freude am Singen gehen bei ihr fließend ineinander über.

Proben immer montags

Die Chorproben des Gesangsvereins Teutonia werden immer montags von 19.30 bis 21.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums an der Willmsstraße in Delmenhorst veranstaltet. Ausnahme sind die Schulferien. Gelegentlich finden die Proben in der dortigen Mensa statt.

Kontakt gibt es per E-Mail an vorstand@teutonia-delmenhorst.de oder bei der Vorsitzenden Sabine Heruth unter Telefon  04244/1328.

In ihrer langen Karriere hat die 45-Jährige viel gesehen. Gezehrt hat das offenbar nicht an ihr, denn sie ist mit vollem Einsatz dabei. Ihr Studium im Operngesang absolvierte die gebürtige Bremerin in Dresden und Italien. Dabei lernte sie unter anderem von der deutsch-britischen Opernsängerin Elisabeth Schwarzkopf, die als eine der führenden Sopranistinnen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt. Von der großen Bühne hat sich Golisch 2010 verabschiedet, als ihr Sohn geboren wurde. Inzwischen spielt sie eigene Konzerte und tourt mit dem Berliner Pianisten Nico A. Stabel durch Deutschland.

Einmal in der Woche treffen sich die Chormitglieder, um zu proben. Dabei bereiten sie jährlich Programme für mindestens zwei Konzerte vor. „Es ist uns schon gelungen, das Theater Kleines Haus zu füllen“, berichtet Vorsitzende Heruth. So hätten sie schon vor 400 bis 500 Menschen gesungen. Aktuell studiert der Gesangverein ein „Wiedervereinigungskonzert“ zum Tag der Deutschen Einheit ein –  beim Liedergut geht es natürlich um das Thema Freiheit.

Körper wird zum Instrument

Vor jeder Probe bereitet Golisch die Sängerinnen und Sänger mit Übungen vor. „Es ist wichtig, beim Singen den Alltag hinter sich zu lassen“, sagt sie. Der eigene Körper werde zum Instrument: „Deshalb müssen wir ihn richtig einstimmen.“ Dabei greift die Dirigentin auch mal zu ungewöhnlichen Methoden.

Einige Mitglieder würden keine Noten lesen können. „Das ist aber auch kein Problem. Ich singe ihnen dann die richtige Tonlage vor.“ Bei der „Vokalise“ werden die Töne rauf und runter gesungen. Auch Atemübungen gehören bei Golisch zum Programm: „Ein bisschen wie beim Yoga.“ Bei den Proben geht die Chorleiterin spontan auf die Teilnehmer ein und passt das Tempo an die Bedürfnisse an.

Gegründet wurde der Chor im Jahr 1863 als reiner Männergesangverein. Helmfried Röder übernahm 1977 die Leitung unter der Bedingung, in Zukunft auch Frauen aufzunehmen: ein Erfolgsrezept, wie sich heute zeigt. In der Tradition des langjährigen Leiters sieht sich auch Golisch.

Arne Jürgens Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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