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NWZonline.de Region Delmenhorst

Möbelbauer mit Zukunftsperspektive

10.07.2018

Delmenhorst „Tischler ist kein aussterbender Beruf – im Gegenteil“, sagt Hartmut Günnemann. Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/Oldenburg Land. Volle Auftragsbücher in den Betrieben und interessierter Nachwuchs würden eine deutliche Sprache sprechen. Und dass der Nachwuchs das Handwerk am Ende der Ausbildung beherrscht, bewiesen 16 angehende Gesellen am Sonntag in der Delmenhorster Markthalle.

Isabelle Darlene Kowalsky aus Delmenhorst ist eine von ihnen. Die 20-Jährige macht ihre Ausbildung in der Tischlerei Rainer von Seggern. Ihr sei schon während der Schulzeit klar gewesen, dass sie nicht in einem Büro arbeiten möchte. „Ich wollte schon immer etwas im handwerklichen Bereich machen und habe die Entscheidung Tischlerin zu werden nicht bereut“, berichtet sie bei der Präsentation ihres Gesellenstücks.

Nussholz ist Blickfang

Selbstständig entworfen und gebaut hat sie einen Schminkschrank mit viel Stauraum für Make-up. Besonders seien die vielen Feinheiten wie die Box mit Einzelfächern für Lippenstifte oder der integrierte Spiegel. „Ein echter Blickfang ist aber das dunkle Nussbaumholz im Innenbereich des Schranks“, sagt die Auszubildende.

Sie habe etwas mädchenhaftes bauen wollen und sich deshalb für einen Schminkschrank entschieden – schließlich habe jede Frau Schminke. „Der kommt nach der Bewertung bei mir ins Ankleidezimmer“, sagt die 20-Jährige, die vielen interessierten Besuchern ihren Schrank erklären muss, stolz.

Nur einige Meter weiter präsentiert Hauke Spille aus Brettdorf seinen Couchtisch. „Die Tischplatte ist mit Eiche furniert“, erklärt der 19-Jährige. Darunter befinden sich drei nebeneinander liegende Schubladen. „Die äußeren von ihnen kann man in die eine Richtung aufziehen. Die mittlere Schublade öffnet sich in die entgegengesetzte Richtung. Der Tisch steht auf einem Fuß aus Edelstahl.“, erklärt der 19-Jährige, der seine Ausbildung im Betrieb Sandkuhl in Ganderkesee macht, seine Arbeit.

Viele Gedanken im Vorfeld gemacht

Viele Gedanken habe er sich im Vorfeld zu seinem Gesellenstück gemacht, sagt Spille. „Es sollte zu meinen anderen Möbeln passen, deshalb habe ich mich für einen Couchtisch in dieser Optik entschieden“, berichtet er weiter und deutet dabei auf sein Werk mit hellbrauner Tischplatte und mit weiß lackierten Schubladen.

„Für die Gesellenstücke gab es einen Kriterienbogen, um die individuellen Arbeiten vergleichbar zu machen“, beschreibt Dennis Möller, Tischlermeister und Mitglied in der Prüfungskommission der Tischlerinnung Delmenhorst/Oldenburg-Land. „Die Azubis werden dann 100 Stunden von ihrer Arbeit im Betrieb freigestellt und können in dieser Zeit ihr Gesellenstück planen und bauen“, berichtet Möller weiter. Das dauere insgesamt etwa sechs Monate, der Bau selbst nur rund vier bis sechs Wochen.

„Berufsanfänger sind schulisch weiter als früher“

Obwohl der Fachkräftemangel auch der Tischler-Branche zu schaffen macht, ist der 28-Jährige mit den Azubis zufrieden. „Die Berufsanfänger sind heute schulisch weiter als früher und meistens auch technisch versierter“, sagt der Tischlermeister. Das liege aber auch daran, dass mehr Abiturienten die Lehre beginnen würden.

„Weil sich ein Teil der ausgelernten Tischler direkt weiterbildet, haben wir langfristig mehr offene Stellen als Gesellen nachrücken“, sagt Hartmut Günnemann. Der Bedarf an Nachwuchs sei da

Dass man den Beruf auch im höheren Alter noch erlernen kann, zeigt Julian Przybilla aus Bremen. Der 35-Jährige lernt bei der Tischlerei Holscher in Ganderkesee und hat als Gesellenstück ein Bett für sich und seine Frau gebaut.

Holz mit Dampf geformt

„Das Besondere ist das Kopfteil, für das das Holz dampfgebogen wurde, um es in Form zu bringen“, berichtet der ehemalige Student und Fotograf. Er will nach der Ausbildung als Tischler weiterarbeiten, denn „das ist ein cooler Beruf“, so Przybilla.

Wolfgang Alexander Meyer
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2115
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