Delmenhorst - Wenn Gary Zörner über Grenzwerte redet, ist er in seinem Element. Die Paracelsus-Aussage „Die Dosis macht das Gift“ würde nicht stimmen, jedenfalls bei „hormonell wirksamen Chemikalien“ wie dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat. Hier gelte die Regel „je niedriger die Dosis, desto dramatischer die Wirkung“. Dass der Trinkwasserbericht der Stadtwerkegruppe von 2017 im Delmenhorster Trinkwasser eine Glyphosatbelastung von 0,04 Mikrogramm pro Liter ausweist und damit um das Zweieinhalbfache unter dem Grenzwert liegt, sei vor diesem Hintergrund nicht beruhigend, sondern alarmierend.

Zörner verweist auf Versuche mit Ratten, die durch den Konsum von niedrig dosiertem Glyphosat Krebs bekamen. „Sich hinter Grenzwerten zu verstecken, finde ich völlig verantwortungslos“, sagt er. Zörner rät allen Delmenhorstern, das Leitungswasser nicht mehr zu trinken und auch nicht zur Zubereitung von Getränken und Lebensmitteln zu verwenden.

Wasser: Der Stoff, der Voraussetzung für jegliches Leben ist, ist das neue Aufregerthema im Labor für Chemische und Mikrobiologische Analytik (Lafu) auf der Nordwolle, dessen Chef Zörner ist. Und das Wasser und seine vielfältige Gefährdung durch Chemikalien, Schwermetalle, und Mikroorganismen ist auch Thema des nächsten Vortrags, den Zörner und seine Mitarbeiterin Renate Seyfert an der Volkshochschule halten werden. Das Lafu und die VHS kooperieren seit geraumer Zeit miteinander. Die Veranstaltungen seien immer gut besucht, laut Geschäftsführer Martin Westphal kommt die VHS damit ihrem Bildungsauftrag nach.