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NWZonline.de Region Delmenhorst

,Früher war es hier mönchischer‘

06.06.2018

Delmenhorst „Ich habe seit 15 Jahren kein Freisemester mehr gehabt. Jetzt nehm’ ich mir halt ein extralanges ,Sabbatical‘“, sagte Prof. Dr. Reto Weiler zu seiner bevorstehenden Verabschiedung vom Rektorenamt am Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) am Dienstag anlässlich der Vorstellung des HWK-Jahresberichts 2017. Zehn Jahre stand er an der Spitze des gemeinsam von den Ländern Niedersachsen und Bremen getragenen Instititute of Advanced Study am Lehmkuhlenbusch in Delmenhorst, nun ist es Zeit für den gerade 71 Jahre alt gewordenen Neurowissenschaftler, Abschied zu nehmen. Am 19. September findet die Verabschiedung Weilers statt, am 30. September endet seine Ära. Wer ihm als Rektor oder Rektorin nachfolgen wird, wird der Stiftungsrat im August bekanntgeben.

Weiler freut es besonders, dass der Wissenschaftsrat im Jahr 2017 im Rahmen einer turnusmäßig stattfindenden Begutachtung die Leistungen des HWK besonders gewürdigt hat. „Die nächste Begutachtung findet in zehn Jahren statt, bis dahin sind die Finanzen gesichert. Der Rat unterstreicht, dass das, was am HWK geleistet wird, weit über das hinausgeht, was man erwarten kann.“ Insbesondere die Zusammenführung von Wissenschaft und Kunst habe bei dem Gremium Eindruck hinterlassen, sagt er.

65 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, sogenannte Fellows, die aus 20 Ländern kamen, darunter auch aus Ländern wie dem Libanon, Chile, Mexiko, Südafrika und Ungarn, hatten in 2017 einen drei- bis zehnmonatigen Gastaufenthalt am HWK. Zum Teil brachten sie ihre Familien mit. „Früher war es hier mönchischer“, sagt Weiler, denn der Frauenanteil beträgt seit drei Jahren ziemlich genau 50 Prozent. Regionale Institutionen hätten Fellowships mitfinanziert, darunter auch der Delmenhorster Förderkreis und die Universitätsgesellschaft.

70 Veranstaltungen, darunter viele für jedermann öffentliche Vortrage, fanden im vergangenen Jahr am HWK statt. Erst am Dienstagabend war die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti zu Gast. Derzeit gibt es zehn themenorientiert arbeitende Studiengruppen. Gerade fertiggeworden ist auf dem parkähnlichen HWK-Gelände ein neues Gebäude mit drei Gruppenbüros. Erhoffter Effekt ist, die Kommunikation zwischen den Fellows noch einmal zu erhöhen.

„Orte wie das HWK werden notwendiger, denn die Probleme werden komplexer“, ist Weiler überzeugt. Man müsse Freiräume schaffen, um ein, wie er es nennt, „Meta-Denken“ zwischen den Fachdisziplinen in verbindenden Ebenen zu fördern. Heute böten „viele populistische Rattenfänger einfache Lösungen an“, dem müsse man auch von wissenschaftlicher Seite entgegentreten, findet er.

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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