Delmenhorst - Das Impfen schreitet in Delmenhorst in großen Schritten voran, schon jetzt besuchen Personen der Prioritätsgruppe zwei das Zentrum in der Wehrhahnhalle. Die Beschäftigten von Grund- und Förderschulen sowie der Kitas können ab sofort Termine vereinbaren.
Umso drängender wird auch für die Gruppe der über 70-Jährigen die Frage, wann sie die Chance auf eine Impfung erhalten. Denn auch sie sind in der Impfstrategie mit Priorität zwei eingestuft. Formal stehen sie also auf der gleichen Stufe wie etwa die Grundschullehrer. Doch die Senioren sind offenbar erst einen Monat später an der Reihe. „Wahrscheinlich werden wir ab Ostern zu dieser Gruppe übergehen“, sagt Impfzentrumleiter Michael Pleus.
Beruf entscheidet über die Priorität beim Impfen
Dieser erhebliche Unterschied hängt mit dem Einsatz des Impfstoffs von Astra-Zeneca zusammen. Er kommt für über 70-Jährigen nicht infrage, die Impfverordnung schreibt einen Einsatz für jüngere Menschen im Alter von bis zu 64 Jahren vor. In dieser Altersgruppe entscheidet der Beruf über die Priorität beim Impfen. Anders als bei den Senioren könne hier die Berechtigung nicht durch den Abgleich des Personalausweises erfolgen. Das Impfzentrum nutzt deshalb in Zusammenarbeit mit Stadt, Arbeitgebern und Institutionen ein internes System zur Terminvergabe.
Da für Astra-Zeneca nicht die Telefonnummer und Website des Landes Niedersachsen zum Einsatz kommen, läuft die Logistik flexibel vor Ort. Die über 70-Jährigen brauchen hingegen einen einheitlichen „Startschuss“ des Landes, damit Telefonnummer und Website auch für diese Gruppe verfügbar ist. Das kann dauern.
Insgesamt 10.000 Erstimpfungen möglich
Auf Grundlage der zugesagten Lieferungen sind in Delmenhorst bis Ende März insgesamt 10.000 Erstimpfungen möglich. Wie viele Impfdosen davon bisher verspritzt worden sind, hat das Team von Michael Pleus nicht dokumentiert. Anhand des verbrauchten Impfstoffs werde man die Zahlen nachträglich erfassen. 7598 Delmenhorster zählen laut Statistischem Landesamt zu den über 70-Jährigen.
Auch Ulf Kors, Vorsitzender des Seniorenbeirats, verfolgt das Impfen genau. Die Senioren hätten ihm von sehr freundlichem Personal berichtet. Auch der Fahrdienst zum Impfzentrum mit Unterstützung der Johanniter laufe sehr gut. Kritisch sieht Kors, dass die über 70-Jährigen warten sollen: „Grundsätzlich ist das nicht okay.“ Allerdings sei es in der aktuellen Lage am wichtigsten, den verfügbaren Impfstoff schnell zu verbrauchen.
