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INFORMATIONSABEND Weiter Uneinigkeit über Trassenverlauf

MECHTHILD VOIGT

DELMENHORST - DELMENHORST - „Viel schlauer als vorher bin ich jetzt auch nicht“, bilanzierte Dienstagabend ein Besucher der von der SPD initiierten Info-Veranstaltung zur „B 212 neu“. Dabei hatte Susanne Mittag, Vorsitzende des SPD-Arbeitskreises Planen, Bauen und Umwelt, mit Senatsrat Dr. Ralph Baumheier nebst Mitarbeitern aus dem Bremer Referat für Raumordnung und Stadtentwicklung sowie dem Delmenhorster Stadtbaurat Klaus Keller und dem ehemaligen Baudirektor Professor Dr. Gerd Turowski kompetente Fachleute an einem Tisch versammelt. Doch auch sie vermochten dem noch ausstehenden Gutachten über grenzüberschreitende naturschutzfachliche Bewertungen und die möglichen Auswirkungen auf den Verkehr nicht vorzugreifen. Das Gutachten wird laut Baumheier erst im Herbst erwartet.

Senatsrat und Stadtbaurat stellten in dem gut gefüllten Saal deutlich das „gemeinsame regionale Interesse“ am Bau der „B 212 neu“ heraus. Allerdings herrsche nach vielen Abstimmungsgesprächen immer noch Uneinigkeit über den Trassenverlauf.

Die Hanseaten argumentieren für die Südtrasse im Sinne von Flora, Fauna, Habitat (FFH). Dafür gibt es jedoch keine Rechtsverbindlichkeit. Delmenhorst fordert weiterhin mit Nachdruck, dass alle möglichen Varianten – wobei die Vorschläge des Ortsvereins Strom und einer Bürgerinitiative aus Deichhausen/Sandhausen nur eine untergeordnete Rolle spielen – einer Grobprüfung unterzogen werden. Auch auf niedersächsischem Gebiet, so Keller, dürfe nämlich der Stellenwert des Naturschutzes, der von den Bremern für ihren Bereich so hervorgehoben werde, nicht unterschätzt werden.

Mit seinem Vorschlag, in Brüssel unter Bezug auf „nicht zumutbare Alternativen“ eine Ausnahme zu erwirken, stieß Professor Turowski vor allem auf Bremer Seite auf Bedenken. „Ein solches Verfahren läuft in Deutschland, nicht in Brüssel“, hieß es.

„Bremisches Denken hört an der Landesgrenze auf“, warf ein Besucher des Info-Abends den Bremern vor, und Delmenhorsts Ex-SPD-Ratsherr Stasch kritisierte, dass Bremen „das Ding schon festbetoniert“ habe und keine Meinungsänderung mehr erkennen ließe. Die SPD, so versprach Ratsfrau Mittag, werde in dieser Angelegenheit am Ball bleiben und die Bürger weiter über den Verlauf informieren.

Furcht vor Mehr verkehr in Innenstadt

Bremen will

mit der „B 212 neu“ eine Brücke vom Unterweserraum mit dem Güterverkehrszentrum an die Autobahn 281 schlagen. Als Übergabepunkt sind im Wesentlichen zwei Varianten im Gespräch: Die von Bremen favorisierte südliche Trasse mit Anbindung in Höhe der Stromer Landstraße (beim Lokal Spille) und die aus Delmenhorster Sicht bevorzugte Nordvariante mit Übergang in Höhe Piepers Mühlenhaus. Ähnlich verläuft die so genannte „Keller-GrothTrasse“.

Delmenhorst fürchtet

bei einer Realisierung der Südtrasse erhebliche Mehrbelastungen durch den Verkehr, die sich nicht nur im Ortsteil Deichhausen/Sandhausen, sondern bis in den Innenstadtbereich auswirken.
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