• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Delmenhorst

Neues Gesetz erfordert neues Denken

13.02.2019

Delmenhorst Das Bundesteilhabegesetz (BTHG), das seit 2017 bis 2023 in vier Stufen eingeführt wird, soll die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen im Sinne von mehr Teilhabe und mehr Selbstbestimmung verbessern. So weit, so gut. Die Umsetzung des BTHG stellt soziale Dienstleister und Ämter aber auch vor große Herausforderungen. Deshalb hat die Lebenshilfe Delmenhorst und Landkreis Oldenburg gemeinsam mit dem Awo Bezirksverband Weser-Ems für Donnerstag, 14. Februar, eine Fachtagung in der Delmenhorster Markthalle organisiert.

Der Titel des Fachtags, zu dem neben Vertretern aus Gesundheits-, Sozial- und Eingliederungsämtern auch Betroffene, also Menschen mit Behinderung, eingeladen sind, ist mit Bedacht gewählt: „Beteiligung denken.“ Denn die Umsetzung des BTHG erfordert laut Erwin Drefs, Geschäftsführer der Lebenshilfe Delmenhorst, „eine völlig neue Denke“, und deshalb, laut Angela Plümer, Prokuristin der Awo Kinder, Jugend und Familie Weser-Ems, ein hohes Maß an Kommunikation zwischen Betroffenen, Leistungserbringern und Ämtern: „Es ist wichtig, dass wir eine gemeinsame neue Sprache finden.“

Zentral ändert sich mit dem BTHG im Vergleich zum bisher gültigen Sozialgesetzbuch IX die Definition des Behinderungsbegriff: Menschen sind nicht mehr behindert, sondern sie werden es – durch Barrieren, die es individuell für sie abzubauen gilt.

Welchen Teilhabebedarf Betroffene haben und wie er gedeckt werden kann, wird nun mit einer Bedarfsermittlung festgestellt und in einem Gesamtplan mit Zielvereinbarung festgelegt. Grundlage dafür ist bundesweit die „ICF“– eine Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation für Behinderungen und Funktionsfähigkeit, die neun Lebensbereiche (etwa Wohnen, Bildung oder Mobilität) berücksichtigt. „Es ist kein Diagnoseinstrument, um Menschen etwas zuzuschreiben, sondern um festzustellen, was sie brauchen, um teilhaben zu können“, sagt Edith Aschenbrenner, Pädagogische Leiterin Kindheit und Jugend bei der Lebenshilfe.

Zusätzliche Steuerinstrumente für die jeweilige Bedarfsermittlung, in der die ICF im Gesamtplan umgesetzt wird, sind Ländersache. In Niedersachsen ist dies seit dem 1. Januar B.E.Ni, kurz für „Bedarfsermittlung Niedersachsen“. Entwickelt hat das Land B.E.Ni für die Behörden, erklärt Erwin Drefs: „Kommunen und Ämter für Eingliederungshilfe und Inklusion müssen es erstmal verstehen und dann auch anwenden können. Wir als Leistungserbringer sind nicht vorgesehen bei der Bedarfsermittlung.“ An der Umsetzung sowie dem Erreichen der Zielvereinbarung aber sehr wohl.

Ursprünglich, so Drefs, sei die Fachtagung nur für Vertreter der Leistungserbringer wie Lebenshilfe und Awo gedacht gewesen. Man habe aber gemerkt, dass es für Behörden und Betroffene genauso wichtig sei, die neue Denke und die neue Sprache zu verstehen: „Wir müssen hier neu zusammenarbeiten.“

Nathalie Meng Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2003
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.