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NWZonline.de Region Delmenhorst

Heute auf der Karte: Afrikanisch

01.10.2018

Delmenhorst Aus sämtlichen Kochtöpfen steigt Dampf auf, es brodelt und zischt. Die Schälmesser hämmern auf die Schneidebretter. Es wird mit viel Elan geschnippelt, gerührt, püriert. Zwölf Frauen wirbeln durch die Küche, in verschiedenen Sprachen unterhalten sie sich lautstark über die Küchenzeile hinweg und lachen miteinander. Was nach Chaos aussieht, ist gut organisiertes gemeinsames Kochen – Afrikanisches steht auf dem Speiseplan.

Beim Interkulturellen Kochen haben sich am Freitag zwölf afrikanische Frauen in der Küche der Fröbelschule in Delmenhorst getroffen. Es handelt sich um ein Projekt der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Delmenhorst, das über sieben Monate in Delmenhorst angeboten wird – ausschließlich für Frauen. „In jedem Monat kochen wir in einer anderen Nationalität. Wir hatten beispielsweise schon Syrisch, Afghanisch und Kurdisch“, erklärte Ewa Brüggemann, Leiterin des Projektes. Unterstützung hat sie von Rosvita Udrago, Leiterin der Flüchtlingsambulanten Betreuung der Awo, sowie von den Mitarbeiterinnen Nadine Metzing und Neyneh Elabed Marzonq.

Finanziert werden die benötigten Lebensmittel von dem bundesweiten Projekt „Demokratie leben“. 70 Euro stehen für einen Kochnachmittag zur Verfügung, so Brüggemann. Überwiegend würden sich die Frauen aus den Deutsch-Sprachkursen kennen. Das Kochen sei laut Brüggemann eine Gelegenheit, das Erlernte anzuwenden, „sie lernen hier die deutsche Sprache“.

19 Kinder waren am Freitag dabei. Während die Frauen den Nachmittag gemeinsam in der Küche verbrachten, konnten sie die Kinder in eine Betreuung geben, bis das Essen fertig war. Zubereitet werden sollte „Attieke mit Poisson“, sagte Anicet Bodje. „Mit Fisch“, ergänzte sie, um es aus dem Französischen ins Deutsche zu übersetzen. Das sei ein typisches Gericht aus ihrer Heimat, der Elfenbeinküste, „besonders für die, die am Meer leben“. Die Frauen verglichen Attieke mit Couscous, um eine Vorstellung von dem Geschmack zu geben.

Dazu gab es viel Gemüse, gekochte Eier und „Piri-Piri“, „ein scharfer Brei aus Paprika mit Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch“, erklärte wieder Anicet Bodje, die seit drei Jahren in Deutschland lebt. In einem Topf schwamm etwas in Fett, dass nach kleinen Bratkartoffeln aussah. Die Frauen lachten: „Das sind frittierte Kochbananen.“ In Afrika werde das häufig als Nachmittagssnack gegessen.

Zur Vorspeise wurde Fischsuppe serviert. „Wir könnten die Fischköpfe wegschmeißen, aber wir machen daraus lieber noch eine Suppe“, erklärte eine der Frauen, als sie die Fischköpfe aus einer Schüssel in den Topf gab, wo bereits Tomaten und Zwiebeln brodelten. Und als Nachspeise? Ein Joghurt mit Hirse und Vanillegeschmack, der sich „Degue“ nennt. Et voilà – war ein Dreigängemenü gezaubert, und zwar mit viel Leidenschaft und Freude. „Sie explodieren förmlich, wenn sie gemeinsam kochen“, freute sich Brüggemann über den gelungenen Nachmittag. Und geschmeckt hat es allen auch sehr gut.

Im Oktober und November finden die letzten beiden Kochnachmittage für dieses Jahr statt. „Im November backen wir dann internationale süße Spezialitäten“, kündigte Brüggemann an. Geplant sei, das Projekt im kommenden Jahr weiterzuführen.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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