DELMENHORST - „Ich bemühe mich, es den Mitgliedern gemütlich zu machen.“ Darin sieht Vorsitzender Helmut Steinert die Stärke des Heimatvereins.
Von Mechthild Voigt
DELMENHORST - Der jetzt 83 Jahre alte Delmenhorster Heimatverein braucht sich über Nachwuchs keine Sorgen zu machen. Über 70 Mitglieder wurden im vergangenen Jahr neu aufgenommen, verkündete gestern Vorsitzender Helmut Steinert auf der Jahreshauptversammlung. Dazu hatten sich die „Neuen“ und Langjährigen der jetzt insgesamt 700 Mitglieder bei Menkens in Hoykenkamp eingefunden. Hier sollen zukünftig aber nicht mehr alle Zusammenkünfte stattfinden. „Wir wollen in Stadtnähe noch mehr präsent sein“, so Steinert. Die Adventsfeier, die im vergangenen Jahr erstmals bei Schierenbeck in Heidkrug stattfand, sei auf große Resonanz gestoßen. Und auch das Sommerfest mit Tanz solle wieder bei Backenköhler in Stenum stattfinden.Etwas Neues gibt es auch in der Vorstandsrunde. Die wird nach vielen Überlegungen um eine Geschäftsführerin erweitert. Dazu wurde gestern Elke Reimers gewählt. Sie wird ab sofort die Schriftführung übernehmen und die Mitgliederkartei verwalten. Stadtrat Friedrich Hübner, der in Vertretung von Oberbürgermeister Schwettmann Grußworte an die Heimatfreunde richtete, ging auf Gefahren der Globalisierung ein, durch die Menschen heimatlos werden können. „Damit Menschen sich heimisch fühlen können, gilt es, die Neugier für die Region zu wecken, in der sie leben“, so Hübner. Und diese Aufgabe erfülle der Heimatverein vorbildlich.
Kritische Worte hinsichtlich der Ignoranz gegenüber der plattdeutschen Sprache richtete Spiekerbaas Jürgen Hennings an die Landesregierung, deren Mitglied Annette Schwarz (CDU) zu den Gästen gehörte. „Die Professur in Göttingen ist weg – und die in Oldenburg gibt es noch lange nicht.“ Umso erfreuter zeigte er sich über den Heimatverein: „Das hier ist allerbeste Heimatpflege.“
In hohen Tönen lobte Dr. Jörgen Welp von der Oldenburgischen Landschaft anschließend in seinem Vortrag die Werke des heimischen Künstlers Ludwig Münstermann: „Sie sind allererste Qualität.“ Ausführlich ging Welp auf die Arbeiten des eher unbekannten Bildschnitzers und -hauers ein, der im 17. Jahrhundert fast ausschließlich für die Grafschaft Oldenburg-Delmenhorst tätig war. Seine Werke finden sich heute noch in vielen Kirchen der Wesermarsch.
