Delmenhorst - Wenn die Türen des Jobcenters Delmenhorst sich öffnen, geht der erste Weg zum Nummernautomaten. Per Knopfdruck erhalten die Kunden einen Zettel mit der entsprechenden Wartenummer. Wenn diese auf der Anzeigetafel auftaucht, geht es in die Eingangszone. Trotz dieses technischen Ablaufs stellt die stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters, Marion Denkmann, klar: „Bei uns sind die Kunden mehr als nur eine Nummer.“
Sind die Besucher an einem der fünf Serviceplätze angekommen, beginnt die Beratung. „Dieser Bereich ist unsere Speerspitze. Wir sind die erste Anlaufstelle für Menschen, die arbeitslos werden und sich nicht mehr selbst versorgen können. Das ist oft ein schwerer Gang“, erklärt Denkmann. So auch die etwa 50 Fälle im Monat, bei denen jemand plötzlich ohne Geld dasteht – durch eine Trennung oder weil das Portemonnaie verloren wurde. Die Mitarbeiter der Eingangszone nehmen die Fälle auf, vereinbaren weitere Termine und nehmen Anträge entgegen.
Einen dieser typischen Fälle stellt Ramona Schwarz vor. „Eine Frau wurde vom einen auf den anderen Tag von ihrem Mann verlassen und steht nun mit ihren drei Kindern alleine und ohne Mittel da. In solchen Situationen schauen wir sofort, was man tun kann, helfen beim Antrag auf Arbeitslosengeld II und stellen eine Checkliste mit den nötigen Unterlagen zusammen“, sagt Schwarz.
Zu den Stoßzeiten betreut jeder der sechs Mitarbeiter bis zu 50 Personen am Tag, sagt Teamleiter Markus Ripke. Im Durchschnitt seien es 2400 Kunden im Monat. Wenn Sprachprobleme bestehen, ziehen sich die Gespräche bei der ersten Antragsstellung auch mal eine Stunde lang hin. „Deshalb können die Kunden etwas dazu beitragen, um die Wartezeiten zu verkürzen“, meint Mitarbeiter Marvin Cochran.
Bei kleineren Anfragen sollte die Servicenummer angerufen werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, Anträge vorher im Internet herunterzuladen und die Kundenkopierer im Jobcenter zu benutzen. „Wichtig sind auch ein gültiger Ausweis und vorsortierte Dokumente mit der Nummer der Bedarfsgemeinschaft, um Fälle schnell zuordnen zu können“, bittet Cochran um Mithilfe.
