Delmenhorst - Im Delmenhorster Josef-Hospital werden Stand Mittwoch 25 an Covid-19 Erkrankte stationär behandelt. Sieben dieser Patienten befinden sich auf der Intensivstation, davon müssen fünf beatmet werden. Krankenhausleiter Christian Peters und Chefarzt Frank Starp informierten am Mittwochnachmittag die Presse in einer Telefonkonferenz über die aktuelle Lage. „Die Inanspruchnahme des Personals steigt“, sagte Peters. Die Situation sei auch angespannt, weil seit Mitte Oktober für 15 Mitarbeitende positive Coronatests vorlägen, „unsere Ressourcen werden knapper“.
Ist die Versorgung der Patienten gefährdet?
„Wir sind in der Lage, die Versorgung aufrecht zu erhalten“, ergänzte Frank Starp. Im Unterschied zur Situation im Sommer „reden wir heute aber nicht mehr von Einzelfällen, wir müssen uns im Hospital so aufstellen, dass das Maximale vorgehalten wird – wir müssen auf den schlimmsten Fall vorbereitet sein“, so Starp. Die Klinik verfüge über 22 Betten mit Beatmungsmöglichkeit, zur Not könnten zusätzliche Plätze in einem Aufwachraum geschaffen werden. „Wir haben den Sommer genutzt, weitere Beschäftigte für die Tätigkeit am Beatmungsgerät auszubilden“, sagte Peters. An Maschinen und Räumen mangele es nicht, problematisch seien die Personalausfälle.
Welche Mitarbeitenden haben sich infiziert?
Die infizierten Krankenhausbeschäftigten haben sich nach Ansicht der Leitung nicht innerhalb der Klinik angesteckt. Und: Die Zahl 15 sei kein Ausdruck eines auffälligen Infektionsgeschehens im Hospital. Betroffen seien Beschäftigte aus allen Arbeitsbereichen, darunter ein Arzt, zwei medizinische Fachkräfte, zwei Verwaltungsmitarbeitende und zehn Pflegekräfte. „Wir testen in der Klinik in viel höherer Frequenz als außerhalb“, so Starp. Daher habe man sichere Erkenntnisse über die Infizierten, die allesamt keine Corona-Symptome gezeigt hätten.
Worüber diskutiert die Politik in der Corona-Krise?
Über die Maßnahmen zur Pandemie-Eindämmung beriet am Dienstag der Sozialausschuss. Dort ärgerte sich Ulf Kors, Vorsitzender des Seniorenbeirats, dass die Maskenpflicht in der Innenstadt nicht die komplette Bahnhofstraße einschließe. Dort sei es auf den Fußwegen, zwischen Aufstellern vor den Läden und parkenden Autos teilweise enger als in der Fußgängerzone.
Wie gut läuft die Kontaktnachverfolgung?
Gesundheitsamtsleiter Helge Schumann bezeichnete die Kontaktnachverfolgung als den Schlüssel der Pandemiebekämpfung. Rund 50 Menschen seien dafür sieben Tage die Woche im Einsatz, sein „kleines, aber feines Gesundheitsamt“ profitiere von der Unterstützung aus vielen Teilen der Verwaltung, unterstützt von zehn Bundeswehrangehörigen. Der Einsatz aller sei anerkennenswert, „wir haben keine Fehlzeiten, die Stimmung ist gut“. Seit Wochenbeginn sei man bei der Abarbeitung der Kontaktverfolgungen „wieder tagesaktuell“. Das Gesundheitsamt kontaktiere täglich telefonisch diejenigen, die nach positivem Coronatest in Quarantäne bleiben müssten.
Wie geht es in den Schulen jetzt weiter?
Der Corona-Krisenstab der Stadt hat entschieden, das derzeitige Szenario B für den Schulbetrieb bis mindestens Ende November fortzuführen. Dies sieht einen Wechsel von Präsenzunterricht und verpflichtendem Heimunterricht vor. In einer Klasse dürfen maximal 16 Schüler gleichzeitig anwesend sein.
Wie viele Corona-Fälle gibt es aktuell?
Die Delmenhorster Stadtverwaltung hat am Mittwoch 45 neue Corona-Fälle registriert. Dadurch stieg die Sieben-Tage-Inzidenz auf 211 (Dienstag: 181,7). Aktuell an Covid-19 erkrankt sind 241 Personen. Als wieder genesen gelten 615 Menschen, sechs Personen sind verstorben.
