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NWZonline.de Region Delmenhorst

Geschäftsführung lässt Beschäftigte im Unklaren

07.10.2017

Delmenhorst Die Mitarbeiter des Josef-Hospitals Delmenhorst (JHD) treibt die Sorge um. Die Sorge um ihre Arbeitsplätze. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand am Freitagmittag in der Divarena eine Mitarbeiterversammlung statt, im Zuge derer sich die Beschäftigten Einzelheiten des Sanierungs-Fahrplans erhofften. Das Krankenhaus ist – wie berichtet – in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Geschäftsführer Ralf Delker kündigte bereits einen Personalabbau an, ohne Einzelheiten und Zahlen zu nennen.

Konkrete Informationen gab es indes auch in der Divarena nicht – weil sich die Geschäftsführung zurzeit dazu nicht in der Lage sieht. „Ich bitte um Verständnis, dass wir Einzelheiten zum Sanierungsverfahren erst dann bekannt geben, wenn diese im Rahmen eines Gesamtkonzepts tatsächlich feststehen“, teilte Geschäftsführer Delker in einem Schreiben mit.

Das gestartete Schutzschirmverfahren, so Delker weiter, ermögliche es, ein Konzept für ein Krankenhaus zu erarbeiten, „das wirtschaftlich gut geführt wird, ein attraktiver Arbeitgeber ist und eine hervorragende medizinische Versorgung in Delmenhorst bietet“. Sämtliche Strukturen und Prozesse würden deshalb überprüft. „Unser Partner – die Economedic AG – entwickelt bis Dezember 2017 tragfähige Ansätze für eine Sanierung. Das allerdings braucht Zeit und viele persönliche Gespräche.“ Absolut kontraproduktiv seien Spekulationen über den Neubau, den Stellenabbau und das künftige Medizinkonzept.

Olaf Mehlis, Krankenpfleger am JHD und Sprecher der Gemeinsamen Interessen- und Beschäftigtenvertretung des Krankenhauses, sieht die Sorge der Beschäftigten und ihren Wunsch nach konkreten Informationen in einem etwas anderen Licht. Es sei nur verständlich, das Interpretationen und Irritationen entstünden, wenn man keine Auskünfte erhielte, meint er. „Die emotionale Beteiligung der Beschäftigten darf man nicht unterschätzen“, sagt er. Die Geschäftsführung stehe in der Pflicht zu sagen, wie es weitergeht. Ähnlich sieht es Susanne Mittag. „So kann man nicht mit den Leuten umgehen!, sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete am Freitag. Es sei wichtig zu erfahren, wie das Defizit zustande gekommen ist und was die Eckpunkte des in Rede stehenden neuen medizinischen Konzept seien. Jeder weitere Tag der Unsicherheit schade dem Ansehen des Krankenhauses und habe weiter sinkende Patientenzahlen zur Folge. Leider trage auch die neue Facebook-Gruppe „Delmenhorst braucht ein Krankenhaus“ in weiten Teilen dazu bei.

Das neue Medizinkonzept lässt unterdessen bei der Gruppe SPD/Piraten im Delmenhorster Rat die Alarmglocken schrillen. Folge wäre der Widerruf des Fördermittelbescheides, mutmaßt die Fraktionsvorsitzende Bettina Oestermann in einem presseöffentlichen Brief an den JHD-Aufsichtsratsvorsitzenden Peter König und den Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung Oberbürgermeister Axel Jahnz. Oestermann: „Die Gefahr, die Zusage in Höhe von 70 Millionen Euro zu verlieren, ist mehr als real!“

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