NWZonline.de Region Delmenhorst

Josef-Hospital: Weitere Baum-Fällungen verhindern

10.04.2021

Delmenhorst Zum Neubau des Josef-Hospitals gehören auch umfangreiche Abbrucharbeiten. Hinzu kommen Eingriffe in den Baumbestand. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen stemmt sich in einem Antrag gegen eine noch ausstehende Waldumwandlung. Ratsfrau Marianne Huismann kritisiert den Verlust an Waldfläche und des teilweise sehr alten Baumbestands auf dem Klinikgelände durch das Kompensationskonzept. Sie verlangt, dass nach Möglichkeiten der „Vermeidung und Minimierung“ von Eingriffen gesucht wird.

Parkplätze neu angelegt

Für „temporäre Parkplätze“ sei geplant, einen jetzt noch „gut stehenden Wald mit sehr altem Baumbestand“ zu roden. Ebenso kritisiert sie, dass Parkplätze auf dem „Hintergrundstück der Jasper-Klinik“ neu angelegt werden sollen, „wobei der alte Baumbestand, der in Verbindung mit dem Lehmkuhlenbuschwald steht, vernichtet werden müsste“.  Nach ihrer Vorstellung könnte die Zahl der Parkplätze von 100 auf 60 reduziert werden. Den angegebenen Bedarf bezweifelt sie, weil das Parkhaus mit seinen 200 Stellplätzen noch in diesem Jahr fertiggestellt werde. Auf dem ehemaligen Hubschrauberlandeplatz könnten alternativ 40 Stellplätze angelegt werden.

„Leider ist es durch den Bau des neuen Krankenhauses und seinen dazugehörigen Anlagen nicht zu vermeiden, dass auch ein Eingriff in die Natur erfolgen muss“, wehrt sich Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD). Er habe bereits vor diesen Eingriffen nie verhehlt, dass ein Ausgleich erfolgen müsse. Zur Kompensation biete sich der Bereich des Lehmkuhlenbusches im hinteren Bereich des Krankenhauses an. Zudem könnte eine Aufforstung auf einer rund 4,2 Hektar großen Ackerfläche neben dem Krankenhausgelände infrage kommen.

„Mir geht es darum, die Kompensation nicht nur auszuweisen, sondern auch qualifiziert parallel mit dem Neubau durchzuführen“, sagt Jahnz. Es bestehe jetzt schon der Vorteil, dass alle Flächen der Stadt Delmenhorst gehören würden und nicht erst ein Prozess zum Ankauf den Beginn verzögere. „Selbstverständlich sind die Haushaltsmittel vorbehaltlich der Zustimmung des Rates noch zu beraten“, so der OB. Er hält das im Zuge einer Klimamusterstadt aber für unumgänglich.

Krankenhaus im Grünen

Es gehe Jahnz auch um das Landschaftserleben im Sinne einer Erholungsnutzung. Dabei denke er insbesondere an die Patienten des Krankenhauses und deren Besucher. „Es ist nun einmal ein Krankenhaus im Grünen und soll es auch bleiben“, so Jahnz, der auch Aufsichtsratschef des Hospitals ist. Für ihn gehören die Themen Kompensation für gefällte Bäume und die Erweiterung der Grünanlagen und Waldflächen als selbstständige Säulen zusammen.

Alleine das Waldstück zu erhalten, wie von Huismann beantragt, sei so nicht stimmig. Auch ein höher gebautes Parkhaus zum Beispiel dürfe nicht den Högerbau, der höchstem Denkmalschutz unterstehe, und das Umfeld stören.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.