DELMENHORST - DELMENHORST - Im Amtsgericht war am Sonnabend alles anders als sonst: Besucherscharen strömten beim „Tag der offenen Tür“ über die Flure und feierten im Gerichtsgarten ausgelassen das 100-jährige Bestehen des schmucken Hauses an der Bismarckstraße. Sogar eine Delegation aus dem sachsen-anhaltinischen Zeitz ließ es sich nicht nehmen und überbrachte ihre persönlichen Glückwünsche an die Mitarbeiter ihres „Partnergerichtes“.

Auch der Lions-Club hatte eine besondere Überraschung für Direktor Hanspeter Teetzmann und seine Kollegen im Gepäck: Auf dem Jahresplakat der Lions für 2006 ist das „schönste Bauwerk der Stadt“, wie Geschäftsstellenleiter Hans-Jürgen-Hespe seine Arbeitsstätte bezeichnet, abgebildet. „Rundherum zufrieden“ mit der Resonanz auf den Tag der offenen Tür anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Delmenhorster Amtsgerichts war Direktor Teetzmann.

Nicht 100 Jahre, sondern 25 Jahre seines Lebens hat Volker Lewerenz, Sohn des letzten Hausmeisters, im Haus an der Bismarckstraße verbracht. Zum Tag der offenen Tür reiste er samt seiner nostalgischen Drehorgel an und entführte die Besucher mit seinen Melodien in „die gute alte Zeit“. Für ihn sei dies wie eine Reise in die Vergangenheit, sagte Lewerenz.. Neben der Versteigerung von ausgedienten Gerichtscomputern auf der Showbühne waren die nachgestellten Sitzungen in den oberen Säalen der Höhepunkt des Tages. Die Wildeshauser Familienrichterin Dr. Antje Jaspert stellte mit Laien reale Fälle nach. TV-Richterin Barbara Salesch ist nichts gegen die gespielten Wortgefechte. Die Zuschauer auf den Bänken dankten es den „Schauspielern“ mit tosendem Applaus.

Pünktlich zum 100-jährigen Bestehen des Justizgebäudes haben die Mitarbeiter eine umfassende Festschrift herausgebracht.