Delmenhorst - Ketten rasseln, Monster lauern in jeder Ecke und es sind Schreie zu hören: Zu Halloween hat sich der Wasserturm in Delmenhorst in den vergangenen sechs Jahren in den Turm des Schreckens verwandelt. Doch nun hat das Gruseln in Delmenhorst ein Ende. Das teilte der Veranstalter Norbert Lange von Lange Event aus Ganderkesee am Dienstagmorgen mit.
Die Absage für die siebte Auflage erfolge „schweren Herzens“. „Wir dachten, die Zahl sieben wird unsere Glückszahl“, so Lange. Doch sei Lange der Paragraf 7 des Jugendschutzgesetzes zum Verhängnis geworden. Darin heißt es: „Geht von einer öffentlichen Veranstaltung oder einem Gewerbebetrieb eine Gefährdung für das körperliche, geistige oder seelische Wohl von Kindern oder Jugendlichen aus, so kann die zuständige Behörde anordnen, dass der Veranstalter oder Gewerbetreibende Kindern und Jugendlichen die Anwesenheit nicht gestatten darf.“
Bereits nach dem sechsten Turm des Schreckens im vergangenen Jahr, der mehr als 1100 Besucher in den Turm lockte, entfachte eine Diskussion über die fehlende Altersbegrenzung. Doch der Veranstalter konnte sich mit der Stadt zunächst auf einen Kompromiss einigen: Der Vorplatz des Turms sollte für Kinder im Grundschulalter geeignet sein. Jungen und Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren sollten den Turm in Begleitung ihrer Eltern besuchen können – zwölf- bis 16-Jährige alleine. Nur der letzte Raum sollte ausschließlich für Jugendliche ab 16 Jahren zugänglich sein.
Laut Lange hätten bei so einer Regelung allerdings Bändchen verteilt werden müssen und jeder Besucher hätte sich ausweisen müssen. „Das ist in der Enge und der Dunkelheit aber nur schwer umsetzbar.“ Zudem sei es ein erheblicher Mehraufwand, der Kosten und Personal binden würde. „Man muss irgendwann die Bremse ziehen“, sagt Lange.
Die Auflagen durch die Stadt Delmenhorst würden so einschränken, „dass der Turm des Schreckens nicht mehr das wäre, was unsere Besucher von uns erwarten“, so Lange weiter. Im Team haben sie nun überlegt, wie die Gruselnacht gerettet werden könne. Doch sie kamen zu dem Entschluss, dass es in der jetzigen Form nicht machbar wäre.
Lange und sein Team seien schon voll in der Planung gewesen. Der Wasserturm sollte sich in diesem Jahr in ein gruseliges Hotel mit Wellnessbereich, einer Bar und Zimmern verwandeln. Auch verschiedene Attraktionen konnten für den Vorplatz gewonnen werden. Aktuell ist das Team auf der Suche nach Alternativen. Doch kaum ein Raum kommt an den Wasserturm ran. „Der Turm hatte gerade das Ambiente, das wir haben wollten“, sagt Lange.
