DELMENHORST - Eine massive Rede hielt Josef Bischof, neuer Landesvorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), am Sonntag auf dem Neujahrsempfang der KAB St. Christophorus Delmenhorst.
„Arm trotz Arbeit“ lautete das Thema des Vortrages, als Abschluss der dreijährigen Projektreihe „Arbeit, Gut zum Leben“, der KAB St. Christophorus. Neben Gästen aus der Politik und anderen Gemeinden, kamen auch die Sternsinger zu der Veranstaltung, um Geld für Kinder in Palästina zu sammeln.
Bischof sprach in seiner Rede vor allem die Problematik der Leiharbeit an. Es sei eine unchristliche Welt, in der Stundenlöhne gezahlt werden, mit denen Menschen nicht einmal ihre Grundbedürfnisse decken könnten, so Bischof. Die momentane Situation der Anstellungsverhältnisse habe nichts mehr mit Sozialer Marktwirtschaft zu tun und sei kriminelles Verhalten. Bischof: „Aus diesem Grund fordern wir als KAB einen gesetzlich festgelegten Stundenlohn von 8,50 Euro – auch wenn viele Arbeitgeber einen Mindestlohn als Teufelszeug ansehen.“
Briten stehen besser da
Als Vergleich nannte Bischof Großbritannien. „Bei den Briten gibt es einen festgesetzten Stundenlohn, der gezahlt werden muss – und die stehen wirtschaftlich besser da als wir.“ Dort müsse niemand zum Sozialamt und seinen Lohn mit Hartz IV aufstocken lassen.
Es sei eindeutig, dass der Mensch durch Leiharbeit nur noch als Ware betrachtet und die christliche Nächstenliebe verloren gegangen sei. Die Zahl von sieben Millionen Menschen, die jeden Monat zum Sozialamt müssen, weil das Geld nicht ausreicht, bestätige dies, erläutert Bischof.
