DELMENHORST - Immer wieder hört man von Patienten, die sich im Krankenhaus bedrohliche Infektionen zuziehen. Besonders ins Gerede gekommen sind in jüngster Zeit Infektionen mit Methicillin-resistenten Staphylococcus-aureus-Bakterienstämmen (MRSA). Auch im Klinikum Delmenhorst lebt man mit diesem Problem. Bedenklich: Die Fallzahlen von Patienten, die mit MRSA besiedelt oder infiziert sind, haben sich seit 2003 verdoppelt, wie Hygieneexperte Dr. Jörg Herrmann berichtet. Eine besondere Häufung sei im Vergleich mit anderen Krankenhäusern allerdings nicht festzustellen. Bei etwa 100 Personen jährlich liegt die Zahl der MRSA-Patienten im Klinikum derzeit.

„Für Patienten, die nach einer Operation eine Wundinfektion mit MRSA bekommen, wird es schwierig. Sie werden auf der Station isoliert, das Personal ist vermummt. Und auch Besucher kommen seltener“, sagt Dr. Herrmann. Mit Hilfe spezieller Antibiotika könnten die Ärzte den Patienten helfen.

Durch die Umsetzung eines wirkungsvollen Hygiene-Konzeptes – eine freiwillige Leistung – versucht man in Delmenhorst der MRSA-Bedrohung Herr zu werden. So werden Intensivpatienten seit 2003 standardmäßig darauf untersucht, ob sie den Keim in sich tragen. Und die Hygienefachkraft Horst Freitag achtet darauf, dass die von der Hygienekommission gesetzten Standards im Klinikum auch eingehalten werden.