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Kooperation Ein Erfolgsrezept für Integration

Nathalie Meng

Delmenhorst - Integrationsprojekte gelingen vor allem dann, wenn sie nachhaltig angelegt sind und von unterschiedlichen Akteuren getragen werden. Davon überzeugt sind Vertreter der Volkshochschule (VHS) Delmenhorst, der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Delmenhorst und des Baubetriebs der Stadt, die sich für das Projekt „Berufseinstieg kompakt“ zusammengetan haben.

Delmenhorst zählt zu jenen Städten in Niedersachsen, die einen besonders hohen Zuzug von Geflüchteten zu bewältigen haben. Um die Herausforderungen für Betreuung, Unterbringung und Beschäftigung der Geflüchteten besser stemmen zu können, stellte das Land im Rahmen des Integrationsfonds den Städten Delmenhorst, Salzgitter und Wilhelmshaven für 2017 und 2018 zusätzliche Mittel zur Verfügung. Diese sollen insbesondere für die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt verwendet werden. Genau dies hat die Delmenhorster Qualifizierungsmaßnahme „Berufseinstieg kompakt“, für das diese Fördermittel hier eingesetzt werden, zum Ziel.

„Wir sind froh, dass wir Kooperationspartner in der VHS, dem Baubetrieb und der Awo gefunden haben“, sagt Rudolf Mattern, Fachbereichsleiter Jugend, Familie, Soziales und Senioren der Stadt Delmenhorst. Gemeinsam erarbeiteten Mitglieder der Stadt, der VHS, der Awo und des Baubetriebs ein umfassendes Konzept. „Es sollte nicht nur um Sprache gehen, auch nicht nur um Ausbildung, sondern wir wollten ein rundes Paket schnüren, in das möglichst viele Aspekte einfließen“, sagt Thomas Lauts, Fachdienstleiter Kindesunterhalt, Zuwanderung und Integration der Stadt Delmenhorst. Herausgekommen ist ein laut Thomas Lauts „einzigartiges“ Kooperationsprojekt.

Praxis und Theorie

„Wir haben für diese Qualifizierungsmaßnahme gezielt jene angesprochen, die nicht bereits sehr gut qualifiziert sind“, sagt Projektleiterin Sabine Hillen (VHS). Zunächst erhalten die Teilnehmer an der VHS Deutschkurse. Nach drei Monaten beginnt beim Baubetrieb der praktische Teil: Unter der Anleitung von Ausbilder Andreas Wende werden die Teilnehmer in den Bereichen Garten- und Landschaftsbau, Gebäudereinigung oder Malerhandwerk anhand bestimmter Abschnitte der üblichen Ausbildungspläne teilqualifiziert.

Diese praktische Ausbildung erfolgt an drei Tagen pro Woche. An zwei Tagen wird von der VHS weiter sprachliches und theoretisches Fachwissen vermittelt. Auch Sicherheitsanweisungen gehören dazu, ebenso Tagesausflüge sowie Bewerbungstraining, das die Teilnehmer auf den dritten Teil vorbereitet: In einem Betrieb, in dem sie das Erlernte anwenden können, absolvieren sie ein dreimonatiges Praktikum. Während dieser beiden Abschnitte der Qualifizierungsmaßnahme erhalten sie von der Awo moralische und sozialpädagogische Unterstützung. Und diese endet nicht nach dem Projekt, dass die Teilnehmer mit einem Zertifikat abschließen. Im Anschluss werden die nun teilqualifizierten Migranten von Mitarbeitern der Awo und der VHS bei der Vermittlung in ein Beschäftigungsverhältnis weiter unterstützt. „Die Nachbetreuung ist ein sehr wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Integration“, betont Doris Fuhrmann.

Was kommt danach?

Gestartet ist der erste Durchlauf bereits im April. Im März 2019 endet er. Dann wird die Qualifizierungsmaßnahme ein zweites Mal angeboten. Nach zwei Jahren, also im März 2020, endet die Förderung des Projekts. Eine Tatsache, die Rudolf Mattern bedauert. Er würde sich wünschen, dass eine Verlängerung solcher Projekte einfacher wäre: „Für uns stellt sich immer die Frage ,Was machen wir danach?‘“ Seine Mitstreiter des Integrationsprojektes stimmen ihm zu. Doris Fuhrmann stellt dazu klar: „Es geht hier um Integration. Und das dauert länger als zwei Jahre.“

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