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NWZonline.de Region Delmenhorst

Antike Göttin an neuem Platz

11.07.2018

Delmenhorst Der Außenbereich des Malerhauses Willi Oltmanns in Delmenhorst ist um ein Kunstwerk reicher: Die gleichnamige Stiftung des Künstlers hat die Skulptur „Pomona“ des Delmenhorster Bildhauers Jürgen Knapp von einer Spenderin, die anonym bleiben möchte, als Schenkung bekommen.

Fast 30 Jahre lang hatte die Skulptur in einem privaten Delmenhorster Garten gestanden und wurde nun der Öffentlichkeit übergeben: Kunsthistorikerin Dr. Wiebke Steinmetz und Jürgen Knapp präsentierten die „Pomona“ im Innenhof des Malerhauses.

Der Klang des Steines

Jürgen Knapp hatte die Skulptur vor 28 Jahren als Auftragsarbeit aus einem persischen Travertin, einem Süßwasserkalkstein aus dem Iran, für die anonyme Spenderin gefertigt. „Im Gegensatz zu mir ist die Pomona nicht gealtert“, sagt der Bildhauer schmunzelnd. Die Skulptur habe keine Witterungsschäden. Der Stein strahle bei Sonnenschein noch immer rötlich – ein poetischer Anblick, wie der Künstler meint. Auch die Schichten im Stein seien erhalten geblieben.

Informationen zur Willi-Oltmanns-Stiftung und der „Pomona“

Die Willi-Oltmanns-Stiftung ist 1985 von Lilo Oltmanns, der Witwe des Künstler Willi Oltmanns, gegründet worden. „Die Stiftung verfolgt den vorrangigen Zweck, das künstlerische Werk von Willi Oltmanns im Atelierhaus in Delmenhorst, Klosterdamm 72, für die Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten“, heißt auf der Internetseite der Stiftung. Willi Oltmanns lebte und wirkte vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zu seinem Tod im Jahr 1979 in Delmenhorst.

Die „Pomona“ war die römische Göttin der Baumfrüchte. Ihr Name leitet sich vom lateinischen Wort pomum ab, das Baumfrucht beziehungsweise Obstfrucht bedeutet.

Ungefähr ein halbes Jahr habe die Arbeit damals gedauert, erinnert ich Jürgen Knapp. Zunächst habe er den Stein nach der Anlieferung aus dem Iran geteilt und dann die „Pomona“ aus diesem „herauswachsen“ lassen. Eine Kleinigkeit beim Bearbeiten des hochwertigen Steines sei ihm besonders im Gedächtnis geblieben. „Ich kann mich an den Klang des Steines erinnern. Das Pling, Pling ist schnell wieder im Ohr“, erzählt er.

Kein leichter Transport

Damit die Skulptur nun sicher im Innenhof des Malerhauses stehen könne, habe zunächst ein Fundament gegossen werden müssen, berichtet Dr. Wiebke Steinmetz – und auch der Transport der circa 800 Kilogramm schweren Skulptur sei eine besondere Herausforderung gewesen. Dank des Einsatzes von Jürgen Knapp, zwei weiterer Helfer und der Delmenhorster Straßen- und Tiefbaufirma Ernst Petershagen habe die „Pomona“ den Transport unbeschadet überstanden und stehe nun im Innenhof. Dort kann sie unter anderem vom Wohnzimmer des Malerhauses aus durch das große Panoramafenster bestaunt werden.

Die Übergabe der „Pomona“ stehe in einer Reihe von Schenkungen an die Willi-Oltmanns-Stiftung, erklärt Wiebke Steinmetz. Doch diesmal sei es eine besonders großformatige und repräsentative gewesen. So habe die Stiftung in der nahen Vergangenheit einige Schenkungen von Ölbildern, Aquarellen oder Zeichnungen, deren Urheber Willi Oltmanns war, erhalten. Zukünftig kann die „Pomona“ während der unregelmäßig stattfindenden Öffnungen des Malerhauses, Klosterdamm 72, besichtig werden. Die nächste Gelegenheit dafür ist an diesem Sonntag, 15. Juli, von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Renke Hemken-Wulf
Volontär, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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