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NWZonline.de Region Delmenhorst

Bauhaus-Chef lehnte ihn ab

10.07.2019

Delmenhorst Wegen eines Jobs als Materialeinkäufer wollte Delmenhorsts bekannter Künstler Fritz Stuckenberg gerne an das sich gerade neu gegründete Bauhaus nach Weimar kommen. Doch Bauhaus-Direktor Walter Gropius sagte Nein. Wie Stuckenberg doch noch Teil der Bauhaus-Gruppe wurde, erzählt Aneta Palenga von der Städtischen Galerie Delmenhorst im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Städtische Galerie besitzt ein Exemplar der dritten sogenannten „Bauhausmappe“. Zu sehen in dieser Mappe: neben Werken von Franz Marc und Oskar Fischer auch eine Zeichnung von Fritz Stuckenberg. „Das Bauhaus wollte sich gerade etablieren und durch den Verkauf der Mappen den Etat der Schule aufbessern, aber ihren Führungsanspruch proklamierten sie dadurch“, beschreibt Palenga.

Das war 1922, zu der Zeit pflegte Stuckenberg (1881 - 1944) schon einige Jahre Kontakt zu Bauhaus-Größen wie Walter Gropius. Den lernte er 1919 in Berlin kennen, als beide Mitglied des gerade gegründeten „Arbeitsrats für Kunst“ wurden. Malte Stuckenberg vorher impressionistisch, mit vielen Komplementärkontrasten und weicher Pinselführung, so änderte sich sein Stil nun radikal. Inspiriert vom typischen Bauhaus-Stil dominierten nun in seinen Werken klare geometrische Formen und Struktur.

Durch gemeinsame Ausstellungen mit zum Beispiel Paul Klee verdiente Stuckenberg sich als Künstler sein Geld. Doch er wollte ans Bauhaus. „Das wissen wir, weil wir einen Brief von Walter Gropius in unserer Sammlung haben, der wohl eine Antwort auf eine Jobanfrage darstellt“, sagt Palenga. Als Materialeinkäufer wollte Stuckenberg vorstellig werden. Von Gropius, zu dem Zeitpunkt Direktor, dann das schriftliche Nein: „Ich habe mir die Möglichkeit ihres Kommens nach allen Richtungen überlegt, aber mit dem schließlichen Resultat, soviel Verlockendes auch für mich in der Idee lag, dass es besser ist, wenn sie diesen Posten nicht übernehmen.“ Zu wenig wirtschaftliches Know-how in der Praxis brächte Stuckenberg mit. „Abgesehen davon würde ich es auch bedauern, wenn Sie ihre künstlerische Arbeit damit an den Nagel hängen müssten“, endet Gropius’ Brief vom 9. Mai 1921. Doch das war nicht das Ende der Korrespondenz.  Stuckenbergs Lithographie mit dem Titel „Straße mit drei Häusern“ fand Eingang in die Bauhausmappe. Gegenüber dem damaligen Kunstkritiker Adolf Behne, der Stuckenbergs Mitwirken im Kreis der Bauhaus-Schaffenden zunächst anzweifelte, bezog Gropius Stellung: „Stuckenberg gehört natürlich zu uns.“ (Zitiert nach „Die grafische Sammlung“, Städtische Galerie, 1999).

Seit 1996 befindet sich die Mappe in Delmenhorst. Leihgaben an Paderborn und Jena sind für dieses Jahr noch geplant, auch im Zuge des Jubiläums „100 Jahre Bauhaus“.

Einsehbar ist sie hier in der Städtischen Galerie nur zu ausgewählten Anlässen: „Ab dem 10. November werden wir wieder Teile der Bauhausmappe ausstellen“, informiert Aneta Palenga.


Ein Spezial gibt es unter   www.nwzonline.de/bauhaus 
Freya Adameck Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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