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NWZonline.de Region Delmenhorst

„Man muss beide Kulturen in die Waage bringen“

11.10.2017

Delmenhorst „In so einer mulikulturellen Stadt wie Delmenhorst sollten wir Hand in Hand arbeiten. Egal, woher man kommt oder welche Religion man hat, denn in erster Linie sind wir alle Menschen“, sagt Sinan Shikho. Der gebürtige Syrer tritt bei der Landtagswahl als Direktkandidat für die Partei Die Grünen an.

Sinan Shikho ist ein Familienmensch. Er lebt mit seiner Mutter, seiner Schwester und seinen fünf Kindern unter einem Dach. Seine Familie ist für ihn das Wichtigste. „Es wäre wünschenswert, wenn die gute alte Zeit in dem Bereich zurückkäme und wieder mehr Generationen in einem Haus leben würden“, sagt er.

Sinan Shikho ist Jeside. Aufgrund seiner Religionszugehörigkeit und seiner politischen Ansichten floh er 1992 aus seiner Heimat. In Deutschland fand er Zuflucht, musste jedoch acht Jahre lang auf seine Aufenthaltsgenehmigung warten – keine leichte Zeit, erinnert er sich.

Anfangs jobbte der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann drei Jahre als Kellner in Osnabrück. Obwohl er noch nicht anerkannt war, besuchte er Sprachkurse bei der Volkshochschule (VHS). „Ich wollte unbedingt wieder richtig arbeiten“, sagt er. Durch die Kurse an der Volkshochschule erwarb er seinen Hauptschulabschluss. Er ließ sich zum Übersetzer für Kurdisch und Deutsch ausbilden.

Im Jahr 2000 zog er nach Lohne. Seit 2007 lebt er in Delmenhorst und kann sich mittlerweile nicht mehr vorstellen, die Stadt zu verlassen. In seiner Nachbarschaft und seiner jesidischen Gemeinde hat er viele Freunde gefunden. Er ist sogar im Vorstand der Jesiden aus Syrien in Europa.

Seit Ende 2009 ist der Delmenhorster Mitglied bei den Grünen. Von 2011 bis 2016 saß er für seine Partei im Rat der Stadt Delmenhorst.

Heute arbeitet Sinan Shikho bei der Awo als Flüchtlingsbetreuer und übt seinen Beruf voll Leidenschaft aus. Er vermittelt, dass es wichtig ist, sich an die deutschen Gesetze und die Kultur vor Ort anzupassen. „Man muss beide Kulturen in die Waage bringen“, weiß er aus eigener Erfahrung.

In seiner Freizeit wirbelt Sinan Shikho gern mit dem Basketball und dem Fußball über die Sportanlagen. Außerdem ist Shikho sehr musikalisch. Er spielt ein syrisches Saiteninstrument.

Meine Ziele für Delmenhorst

Bildung: Kinder sind unsere Zukunft. Darum sollten wir Chancengleichheit für alle Kinder schaffen. Wir brauchen kostenlose Krippenplätze. Außerdem sollten Jungen und Mädchen mit einer Behinderung zusammen mit den anderen unterrichtet werden. Das tut ihnen seelisch gut. Jeder sollte die Chance haben, studieren zu können. Darum sollte jeder Bafög bekommen.

Krankenhaus: Ich kann mir eine Stadt wie Delmenhorst mit fast 80 000 Einwohnern nicht ohne Krankenhaus vorstellen. Wir müssen bundesweit darauf aufmerksam machen und schauen, dass wir das Krankenhaus behalten.

Integration: In Delmenhorst ist es besonders wichtig, sich um die Migranten zu kümmern. Wir sollten aus der falschen Migrationspolitik von Frau Merkel lernen und es besser machen. Ich finde, dass mehr Flüchtlinge, die sich erfolgreich integriert haben, in diesem Bereich tätig werden sollten.

Tierwohl: Ich stehe für eine gezielte Umwelt- und Tierschutzpolitik. Wir müssen raus aus der Industriewirtschaft. Für eine gesunde Ernährung ist es wichtig, dass das Trinkwasser nicht mit Gülle belastet wird. Um gesundes Fleisch zu haben, sollten die Tiere nicht mit Antibiotheka behandelt werden.

Hier hat meine Partei Unrecht

Dass meine Partei Unrecht hat, kann ich so nicht sagen. Aber es wäre wünschenswert gewesen, wenn wir es geschafft hätten, den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor früher als 2030 umzusetzen. Die Auswirkungen auf die Umwelt werden immer größer. Außerdem sollten wir am besten ab sofort keine Massentierhaltung mehr zulassen. Das dürfen wir nicht weiter hinausschieben.

Ich finde, wir sollten ein Gesetz auf den Weg bringen, das Plastiktüten verbietet. Taschen aus Naturmaterialien sind das Beste für die Umwelt.

So werbe ich um Stimmen

Jeden Samstag stehe ich mit meinen Parteikollegen an unserem Stand der Grünen auf dem Marktplatz. Dort informieren wir die Bürger über unsere Ziele. Das habe ich auch schon vor der Bundestagswahl gemacht. Außerdem bin ich viel mit dem Fahrrad oder zu Fuß in der Stadt unterwegs, denn ich plakatiere selber. Dabei helfen mir natürlich auch meine Parteikollegen. Ich bin ihnen für ihre Hilfe und das Vertrauen, das sie mir schenken, sehr dankbar.

Dafür sollte das Land kein Geld mehr ausgeben

Das Land sollte nichts mehr unterstützen, was Tiere quält oder ihnen schadet. Für alles rund um Massentierhaltung sollte kein Geld mehr bereitgestellt werden. Ich finde, dass keine Gülle mehr auf die Felder gebracht werden sollte. Die Landesregierung sollte die Landwirtschaft in diesem Bereich nicht unterstützen. Außerdem sollten die Tiere nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden.

Mein Traumjob in der Landesregierung

Ich möchte in der Landesregierung eine grüne Politik umsetzen. Wir brauchen sauberes Wasser, frische Luft und guten Boden für alle Lebewesen. Außerdem interessiert mich die Integrationspolitik. Ich finde, dass viel mehr Menschen, die selbst einmal Flüchtlinge waren, in diesem Job arbeiten sollten. Sie können ihnen ein Vorbild sein, verstehen ihre Kultur, ihre Probleme und können ihnen gleichzeitig zeigen, wie man sich erfolgreich integrieren kann.

Anna Lisa Oehlmann Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
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