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NWZonline.de Region Delmenhorst

Lebenshilfe: Abschied nach fast 30 Jahren

21.04.2020

Delmenhorst „Es ist surreal für mich, richtig unwirklich“, gesteht Erwin Drefs. Der 63-jährige Geschäftsführer der Lebenshilfe Delmenhorst und Landkreis Oldenburg hat am 30. April seinen letzten Arbeitstag. „Ab 1. Mai bin ich dann Rentner.“

Auch wenn das gerade für ihn „noch total weit weg“ ist: Er geht beruhigt, „weil die beiden da sind“, sagt er. „Die beiden“, das sind Tina Cappelmann und Thomas Heyen, die gemeinsam als Doppelspitze die Leitung übernehmen.

Seit 1991 war der gelernte Heilpädagoge Drefs bei der Lebenshilfe, seit 1999 als stellvertretender und schließlich als Geschäftsführer. Vieles hat sich in der Zwischenzeit geändert. Damals sie die „Behindertenarbeit“, wie man sie nannte, längst nicht so wissenschaftlich gewesen, es sei viel um inhaltliche Diskussionen gegangen. „Selbstbestimmung war ein großes Thema“, erzählt Drefs. Heutzutage sei diese selbstverständlich, es gehe mehr um die Umsetzung des Inklusionsgedankens.

Dass dies so ist, sei auch Erwin Drefs zu verdanken, wie Tina Cappelmann betont: „Er hat Diskussionen immer schon früh angestoßen.“ Was ihm dabei immer wichtig war: „Es geht hier um die Menschen, die Kinder, Jugendlichen, Erwachsenen, um die wir uns versuchen gut zu kümmern“, sagt er. Daher werde bei der Lebenshilfe auch nicht nur über Menschen mit Beeinträchtigungen gesprochen, sondern mit ihnen.

Der Abschied fällt schwer, vor allem in dieser Zeit der Corona-Krise. Denn eigentlich wollte er sich von allen persönlich verabschieden. „Es ist total schwer, dass ich die Leute jetzt nicht mehr sehe“, bedauert Drefs. Und nicht nur ihm geht es so, sondern auch Mitarbeitern und Bewohnern, wie Heyen betont: „Er war das Gesicht der Lebenshilfe, eine Identifikationsfigur.“

Doch mit Heyen und Cappelmann sind zwei Nachfolger gefunden, die selbst aus der Lebenshilfe kommen. Cappelmann hat verschiedene Stationen durchlaufen, war vor ihrer Rückkehr nach Delmenhorst in Berlin als Referentin für die Bundesvereinigung Lebenshilfe tätig. Heyen arbeitet seit über 20 Jahren mit Drefs zusammen. „Ich habe viel von ihm gelernt“, sagt er und nennt ihn seinen „Bruder im Geiste“.

Beide sehen die Doppelspitze als Vorteil. Heyen ist Kaufmann, Cappelmann Pädagogin: Sie ergänzen sich. Es ist ein „großes Paket“, das sie nun tragen müssen, sagt Cappelmann, aber sie wurden gut vorbereitet. Bereits seit dem 1. Januar sind sie Geschäftsführer, denn diese Übergabe braucht Zeit, erklärt Drefs. Diese Zeit ist nun fast vorbei. Doch es ist kein endgültiger Abschied: Drefs bleibt der Lebenshilfe ehrenamtlich treu.

Jana Budde Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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