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Lebenshilfe Delmenhorst: Der Extraschub für den Start ins Leben

05.05.2021

Delmenhorst Die ersten Lebensjahre eines Kindes sind für die Eltern oft die spannendsten. Der Weg von einem krabbelnden Baby hin zu einem Schulkind mit eigenen Stärken, Hobbys und Freunden vollzieht sich gefühlt in Windeseile. Doch was tun, wenn die Entwicklung vollkommen anders läuft als bei Gleichaltrigen?

Kein Selbstläufer

Der Start ins Leben ist kein Selbstläufer. Manchmal brauchen Kinder mehr Unterstützung, als ihnen Eltern und Kita bieten können. Dafür hat die Lebenshilfe in Delmenhorst in den vergangenen Jahren ein pädagogisches Team aufgebaut, das heilpädagogische Frühförderung anbietet. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der geförderten Kinder zwischen null und sieben Jahren auf 90 verdoppelt. Deshalb war es nun Zeit für einen neuen Standort mit mehr Räumen und mehr Möglichkeiten. Vor wenigen Tagen ist die Frühförderung der Lebenshilfe an die Stedinger Straße umgezogen. 

„An der Bismarckstraße sind wir zuletzt förmlich aus allen Nähten geplatzt, dort hatten wir nur drei Gruppenräume. Nun sind es sechs“, freut sich Ann-Christin Senger, Leiterin der Heilpädagogischen Frühförderung. Sie leitet ein Team aus 13 Mitarbeitern, darunter sind Heil-, Sozial- und Sonderpädagogen. So kann sich die Lebenshilfe auch um Kinder mit geistigen oder körperlichen Behinderungen kümmern.

Corona hatte die Platzprobleme der Lebenshilfe noch verschärft. Denn eigentlich arbeiten die Pädagogen mit den Kindern gerne im gewohnten Umfeld, in der Kita oder zu Hause. Durch die Kontaktbeschränkungen war das nicht mehr möglich, alles spielte sich in den Räumen der Lebenshilfe ab.

Corona wirkt sich aus

Senger erlebt, wie sich Corona auf die Jüngsten in der Gesellschaft auswirkt: „Ich arbeite mit einem Jungen, der vier Monate nicht zur Kita durfte. Nun ist er total verunsichert, er muss sich wieder neue Freunde suchen.“ Seine Eltern bemühten sich deshalb auch darum, die heilpädagogische Frühförderung um ein halbes Jahr zu verlängern.

Die Entscheidung darüber treffen Sozialarbeiter der Stadtverwaltung. Denn die Kosten für die intensive pädagogische Betreuung zahlt die Kommune. „Insgesamt hat sich in den vergangenen Jahren die Einsicht verstärkt, dass sich diese Investition lohnt“, sagt Tina Cappelmann, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Delmenhorst/Landkreis Oldenburg. „Junge Familien stehen vor immer mehr Herausforderungen. Die Digitalisierung und die Mediennutzung sind zwei große Faktoren.“ Auch Migration steigere den frühkindlichen Förderbedarf – nicht nur in Delmenhorst.

In den Kitas sind die Mitarbeiter zunehmend dafür sensibilisiert, auf Defizite in der Entwicklung zu achten. Und sie kennen die Möglichkeiten der Förderung. Oft sind es deshalb die Erzieher, die ein kostenloses Beratungsgespräch mit der Lebenshilfe vermitteln. Erst danach erfolgt in der Regel der offizielle Antrag bei der Stadtverwaltung.

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