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NWZonline.de Region Delmenhorst

Läufer schreiben bewegende Geschichten

24.12.2018

Delmenhorst Wenn Ludger Norrenbrock von seinem Lauftreff „Lebenshilfe – Wir bewegen uns“ in Delmenhorst erzählt, hat er viele bewegende Geschichten auf Lager. Er beschreibt, wie das Laufen das Leben von Menschen verändern kann, neuen Mut geben und Selbstvertrauen wachsen lässt. Da ist zum Beispiel der Autist Peter Reisinger, der vorher nur selten ein Wort verloren hatte, aber plötzlich redete, nachdem er anfing zu laufen. Oder Edith Voigt, die sich über Jahre hinweg die Marathondistanz antrainiert hatte und 2009 als Niedersachsens Behindertensportlerin des Jahres ausgezeichnet wurde.

Jede Woche treffen sie sich

Einmal pro Woche treffen sich die Läuferinnen und Läufer des Lauftreffs „Lebenshilfe – Wir bewegen uns“ an der Grafttherme, Am Stadtbad 2 in Delmenhorst. Immer mittwochs ab 17 Uhr sind Menschen mit und ohne Behinderung, Neueinsteiger und gestandene Läufer willkommen, mit der Gruppe einige Trainingsrunden zu drehen. Trainer Ludger Norrenbrock hilft dabei, unter Anleitung an der Ausdauer zu arbeiten.

Gemeinsam mit viele weiteren Läuferinnen und Läufer aus Delmenhorst und der Umgebung treffen sie sich regelmäßig und gehen auf die Strecke. Das besondere an diesem Lauftreff ist, dass Menschen mit und ohne geistige Behinderung zusammen ihre Runden drehen. „Es funktioniert einfach mit unserer Gruppe. Viele sind schon seit Jahren dabei und profitieren gegenseitig von ihren Erfahrungen“, sagt Norrenbrock, der den Lauftreff im Jahr 2009 ins Leben gerufen hatte. Die „Stinos“ – Stinknormale, wie der 53-Jährige sagt – würden die gesellige Runde der Läufer mit geistiger Behinderung genießen.

„...dann kann einem keiner was“

Norrenbrock leitet zwei Wohngruppen für Menschen mit geistiger Behinderung in Delmenhorst und ist selbst passionierter Läufer. „Es ist ein harter Job im Bereich der Betreuung. Aber wenn man vorher laufen war, dann kann einem keiner etwas“, sagt er. Dieses Gefühl habe er auch den Menschen näherbringen wollen, mit denen er jeden Tag zusammenarbeitet.

Wie weit man mit dem Laufen kommen kann, zeigt die Erfolgsgeschichte von Edith Voigt und Peter Reisinger. Im Jahr 2012 absolvierten die beiden mit Norrenbrock den Berlin-Marathon. „Unter sechs Stunden – das war eine besondere sportliche Leistung“, wie der 53-Jährige betont. Beim Lauftreff geht es nicht um Zahlen und Ergebnisse. „Trotzdem sage ich den Läufern, wenn sie eine neue Bestzeit erzielt haben und freue mich über die Leistungen“, sagt Norrenbrock. Immer wieder werde er von seinen Schützlingen überrascht.

Finanzielle Unterstützung nötig

Um die Teilnahme an den zahlreichen Wettkämpfen zu ermöglichen – im nächsten Jahr sind wieder 15 Läufe geplant – ist der Lauftreff auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Hier ist ein Oldenburger Restaurant eingesprungen, stellt Geld bereit und organisiert jedes Jahr ein Weihnachtsessen. „Wir freuen uns, dass wir die Menschen mit solchen Kleinigkeiten glücklich machen können“, sagt Vapiano-Generalmanager Aziz Sannadi.

Inzwischen sind 39 Läuferinnen und Läufer aktiv dabei – davon 25 Menschen mit geistiger Behinderung. Eine andere Gruppe dieser Größenordnung sucht man in Deutschland vergebens.

 Interessierte Läuferinnen und Läufer können sich bei Ludger Norrenbrock melden unter Telefon  0172/1962050 oder per E-Mail an lauftreff@lebenshilfe-delmenhorst.de.

Arne Jürgens Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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