DELMENHORST - Irma Michel hatte den Neubau an der Schanzenstraße gewählt, um ihren Abschied zu feiern. Das neue Lebenshilfe-Gebäude – eines ihrer letzten Projekte als Geschäftsführerin – ist zwar noch im Bau, der kleine Saal war jedoch schon einsatzbereit für die Feier mit den rund 100 geladenen Gästen.

Nach 31 Jahren Arbeit für Menschen mit geistiger Behinderung geht die 65-Jährige nun in den Ruhestand. In über drei Jahrzehnten habe Michel stets Zivilcourage, Ausdauer und großes Engagement gezeigt, lobte die stellvertretende Vorsitzende Heidelies Iden in einer sehr persönlichen Ansprache. Dank Michels umsichtiger, vorausschauender Geschäftsführung habe sich die Lebenshilfe in Delmenhorst und im Landkreis zum geachteten Träger entwickelt, dessen Stimme Gewicht habe.

1977, als sich die studierte Betriebswirtin gegen die freie Wirtschaft und für die Lebenshilfe entschied, hatte die Institution 30 Mitarbeiter. Nun seien es 290, die mehr als 900 Menschen mit und ohne Behinderung betreuten, sagte Iden. Irma Michel, die „beherzte Streiterin“, würde nun ein wirtschaftlich gesundes Haus mit guter Mannschaft und einem qualifizierten Nachfolger aus den eigenen Reihen, Erwin Drefs, zurücklassen. Eine kleine Kunstskulptur mit dem Titel „An einem Strang ziehen“ überreichte der alte Vorstand Michel zum Dank.

Nach einem Stück der Kinder der integrativen Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“ dankten unter anderem Rudolf Mattern als Vertreter der Stadt und des Rates sowie die stellvertretende Landrätin des Landkreis Oldenburg, Christel Zießler, der langjährigen Geschäftsführerin, für die der „Beruf stets Berufung“ gewesen sei.

Michel war nach der gut eineinhalbstündigen Feierstunde gerührt. „Ich bin erschlagen nach so vielen lobenden Worten.“ Sie habe immer sehr gerne für und mit Menschen mit Behinderung gearbeitet.

Ein Wiedersehen wird es sicher mit einigen der Gäste geben – schließlich wird Michel weiterhin in ihren ehrenamtlichen Positionen aktiv sein. Sie plant eine neue Stiftung für Unfallopfer, und dem Paritätischen in Delmenhorst wird sie als Geschäftsführerin weiter erhalten bleiben.