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NWZonline.de Region Delmenhorst

Delmenhorst atmet auf: Die Bombe ist entschärft

18.05.2018

Delmenhorst Die in Delmenhorst gefundene amerikanische Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg ist entschärft. Gegen 14.15 Uhr konnte Sprengmeister Hans Mohr vom Kampfmittelräumdienst aus Hannover Vollzug melden. Bis auf einige Straßen um die Fundstelle herum wurden inzwischen Straßensperrungen und Evakuierungsmaßnahmen wieder aufgehoben.

Mit Flugblättern und Medienberichten wurden die Delmenhorster seit Mittwoch auf die Evakuierung des Stadtostens vorbereitet. Ab 8 Uhr lief die Evakuierung des Gebiets im Radius von 1000 Metern um die Langewischstraße. Bis kurz vor Mittag liefen die letzten Evakuierungsarbeiten.

Sehen Sie hier den Evakuierungsbereich auf einer Karte

Die Polizei sicherte das Gebiet ab, um Einbrüche zu vermeiden. Betroffen waren neben zahlreichen Wohngebieten auch ein Seniorenzentrum mit 72 Bewohnern, zwei Grundschulen, zwei Kindertagesstätten und ein Jugendhaus.

Die betroffenen Eltern wurden im Vorfeld informiert.

Jörn Stilke, Leiter der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, zur Lage am Vormittag:

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14.44 Uhr: Sprengmeister Hans Mohr zur Entschärfung: Bei der Bombe handelte es sich um eine fünf Zentner schwere, amerikanische Fliegerbombe. Die Marke ist als „Demo“ (Kurzform für „Demolition“, englisch: Zerstörung) bekannt. Die Bombe besitzt zwei Zünder, die vor Ort zunächst mit Rostlöser gelockert, dann entfernt und kontrolliert gesprengt werden mussten. „Die Zünder waren zum Glück nicht deformiert und ließen sich leicht entfernen“, so der Sprengmeister. Die Bombe selbst muss in den frühen Kriegsjahren hergestellt sein. „Sie hat zwei Halterungen, das benutzten nur die Amerikaner“, erklärte Mohr. Bei britischen Bomben sei nur eine mittige Halterung vorhanden gewesen. Erst später hätten die Alliierten so genannte „General Purpose“-Bomben hergestellt, die sowohl von britischen als auch amerikanischen Bombern abgeworfen werden konnten.

Die entschärfte Bombe hätte bei der Explosion ihre Splitter in einem Umkreis von rund 1000 Metern verteilt. Daher auch der große Sicherheitsabstand.

Bürgermeister Axel Jahnz zeigte sich beim Abschlussgespräch zufrieden mit dem Verlauf des Tages. Er sei „glücklich“ und freue sich über den gelungenen Ablauf.

14.16 Uhr: Die Bombe ist entschärft!

13.50 Uhr: Medienvertreter und Mitglieder der Einsatzleitung sammeln sich gerade nah am abgesperrten Bereich. Es wird erwartet, dass es bald neue Informationen zur gefundenen Fliegerbombe geben wird.

13.15 Uhr: Die Evakuierung ist offiziell abgeschlossen, meldet die Stadt. Die Entschärfung beginnt!

13.00 Uhr: Die Bombe konnte mittlerweile freigelegt werden. Es handelt sich tatsächlich um eine Bombe von mindestens zehn Zentnern, in der zwei Zünder verbaut sind. Diese sollen nun abgetrennt und kontrolliert gesprengt werden. Dabei kann es laut der Pressestelle der Stadt Delmenhorst zu kleineren Explosionsgeräuschen kommen, von denen sich die Menschen aber nicht beunruhigen lassen müssen.

Der Kampfmittelräumdienst am frühen Vormittag auf der Langenwischstraße (Foto: Claus Hock)

Auch der Hubschrauber, der aktuell über dem Gebiet kreist, sei kein Anlass zur Sorge. Er kontrolliere lediglich, dass die Evakuierung erfolgreich abgeschlossen ist. Bislang seien keine Probleme bekannt geworden.

Der eigentliche Sprengkörper, der in der Langenwischstraße gefunden wurde, wird abtransportiert und an anderer Stelle unschädlich gemacht. Das Team von Sprengmeister Hans Mohr vom Kampfmittelbeseitigungsdienst ist weiterhin vor Ort im Einsatz.

Während das Verkehrschaos auf den Straßen von Delmenhorst bislang ausblieb, ist neben der Bahnstrecke Oldenburg-Bremen auch der Flughafen Bremen betroffen. Da der Luftraum über Delmenhorst gesperrt ist, fallen einzelne Flüge aus.

12.28: Die Stadt twittert, dass der Bahnverkehr eingestellt ist.

12.00 Uhr: Unser Fotograf Sascha Stüber war mit der Polizei im evakuierten Gebiet unterwegs. Seine Eindrücke schildert er wie folgt: „Ich konnte mit der Polizei zusammen durch das evakuierte Gebiet fahren. Es war wirklich gespenstisch, alles verwaist und wie ausgestorben.“ Auf dem Weg seien nur vereinzelt Menschen aufgefallen, die versuchten, über Schleichwege wieder ins Gebiet zu kommen. „Die wurden aber alle bemerkt.“ Was ihm besonders auffiel: „Kein Verkehrschaos rund um den Bereich“, so seine Beobachtung. Die Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr klappe wunderbar und insgesamt sei die Situation wirklich entspannt.

Einsatzkräfte kontrollieren, ob alle das Gebiet verlassen haben. Bild: von Reeken

11.30 Uhr: Während im Rest von Delmenhorst das Leben ganz normal weiter geht, ist das Evakuierungsgebietes verwaist. Die letzten Kontrolldurchgänge werden gemacht, neue Erkenntnisse vom Kampfmittelräumdienst gibt es noch nicht. „Wir lassen die Experten jetzt in Ruhe ihre Arbeit machen“, so Bürgermeister Axel Jahnz.

Das befürchtete Verkehrschaos blieb weitestgehend aus, sehr zur Freude des Einsatzstabes. Nur vereinzelt kam es zu Diskussionen mit Autofahrern, die beispielsweise „nur mal eben schnell noch etwas holen wollten“ oder vorgaben, von den Straßensperrungen im Vorfeld nichts mitbekommen zu haben. „Ganz normale Lage“, sagte eine Polizistin an einer Absperrung entlang der Syker Straße.

Die Einsatzleitung am Rand des evakuierten Gebietes arbeitet derweil auf Hochtouren, aber routiniert und mit der gebotenen Ruhe. Und das seit einigen Stunden, bereits seit sieben Uhr sind Teile der Kräfte im Einsatz. Bisher verlaufe aber alles planmäßig, mit nur leichten Verzögerungen, wie Einsatzleiter Holger Klein-Dietz von der Berufsfeuerwehr betonte.

Die Polizei ist derweil nicht nur mit der Absperrung der Straße beschäftigt, sondern auch mit dem Schutz der verlassenen Häuser. „Wir achten sehr genau darauf, dass keine Einbrecher die Gunst der Stunde nutzen“, so Jörn Stilke, Leiter der Polizeidirektion Delmenhorst.

Kein Durchkommen: Die Einsatzkräfte sagen, wo es langgeht. Bild: von Reeken

Neben den Einsatzkräften aus Delmenhorst sind auch Helfer aus dem Landkreis Oldenburg und der Wesermarsch im Einsatz.

10.40 Uhr: 260 Einsatzkräfte sind in Delmenhorst unterwegs von Feuerwehr, Polizei und anderen Hilfsdiensten, außerdem 30 zivile Helfer. Zehn Evakuierungsbusse sind im Einsatz plus 60 Einsatzfahrzeugen. Die Helfer gehen von Haustür zu Haustür und überprüfen, ob alle Bewohner ihre Häuser verlassen haben.

Laut Jörn Stilke, Leiter der Polizeidirektion Delmenhorst, lief die Evakuierung bisher gut. Es gab nur ganz vereinzelte Fälle, bei den Anwohner überzeug werden mussten, aber keine größeren Zwischenfälle. Wie viele Menschen in den Sammelunterkünften seien, sei noch nicht bekannt.

Bürgermeister Axel Jahnz lobt den bisherigen Ablauf und dankt den Einsatzkräften. Die Übungen im Vorfeld solcher Großeinsätze würden sich bezahlt machen. Die Bürger werden aufgefordert, weiter auf Meldungen in Radio und Internet zu achten, da hier auch über die Entwarnung nach der Bombenentschärfung informiert werde.

Die Einsatzleitung informiert. Bild: Claus Hock

10.25 Uhr: Die Einsatzleitung informiert über die Evakuierung: Hier und da gab es ein paar Störungen, aber alles lief insgesamt gut. Noch gibt es keine Ergebnisse vom Fundort.

Bild: Claus Hock

10.00 Uhr: Die Einsatzleitung hat sich am Rand des Evakuierungsgebietes positioniert. In etwa 20 Minuten soll es eine Information zum aktuellen Stand geben.

9.35 Uhr: Die Busse sind alle unterwegs. Ein Verkehrschaos ist ausgeblieben. Die Straßen sind ruhig. Die verantwortlichen Stellen melden allerdings, dass viele Bewohner nichts von der Evakuierung mitbekommen hatten.

Die Johanniter und Malteser koordinieren das weitere Vorgehen. Bild: Claus Hock

9.25 Uhr: Johanniter koordinieren an der Syker Straße das weitere Vorgehen. Auch die Polizei ist im Einsatz.

9.19 Uhr: Der Evakuierungsbus des Seniorenzentrums hat das Gebiet verlassen.

Bild: Claus Hock

9.15 Uhr: Am Hotel Thomsen warten die Menschen. Gerade Auswärtigen muss von der Polizei immer wieder geholfen werden.

Bild: Claus Hock

9.16 Uhr: Die Hälfte der Bewohner ist jetzt evakuiert worden.

Die Senioren werden an einen sicheren Ort gebracht. Bild: Claus Hock

9.05 Uhr: Feuerwehr und Malteser evakuieren das Haus am Park. Zunächst werden die Personen in den Bus geleitet, die noch aus eigener Kraft laufen können. Danach kommen die Bewohner, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Die bettlägerigen Bewohner werden zum Schluss evakuiert, da sie besonders betreut werden müssen.

8.50 Uhr: Absperrung Berliner Straße. An der Sammelstelle Hotel Thomsen erste Menschen, die mit dem Bus zu einer der Sammelstellen gebracht werden wollen.

Bild: Claus Hock

8.45 Uhr: Die Evakuierung im Haus am Park beginnt mit mehreren Kleinbussen.

8.40 Uhr:
Langewischstraße: Immer wieder kommen Menschen an die Bushaltestelle, an der heute aber kein Bus fährt. Eine Anwohnerin wollte mit dem Bus eigentlich zu ihrer Tochter. Die Linie 204 von Delbus fährt aber nicht.
Schollendamm: Obwohl die Polizei und die Stadt seit mehreren Tagen über die Evakuierung informierten, versuchen immer wieder Menschen, den Sperrbereich zu betreten. Die Polizei muss zum Teil deutliche Worte finden.
Syker Straße: Immer mehr Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr sind in den Wohngebieten unterwegs. Menschen verlassen zu Fuß, mit dem Rad oder Auto den Bereich.

Der Kampfmittelräumdienst ist auf dem Weg. Bild: Claus Hoch

8.25 Uhr: Der Kampfmittelräumdienst KMB hat sich auf den Weg zum Fundort gemacht. Die Seniorenresidenz ist noch nicht evakuiert. Die Feuerwehr fährt mit Lautsprecherwagen durch die Straßen und fordert die Bewohner auf, den Bereich zu verlassen.

Einige Autofahrer versuchen derweil weiterhin, in das gesperrte Gebiet zu fahren.

Bild: Sascha Stüber

8.15 Uhr: Die Evakuierung beginnt. Erste Durchsagen sind zu hören, die Syker Straße und weitere werden gesperrt.

Bild: Claus Hock

Gegen kurz nach 8 Uhr wird das Haus am Park evakuiert. Von den 72 Bewohnern sind manche schon von Angehörigen abgeholt worden. Vier Bewohner werden in eine andere Einrichtung gebracht, die anderen in eine der Sammelstellen.

Das Team der Seniorenresidenz hat im Vorfeld den Ablauf mit der Stadt Delmenhorst zusammen geplant. „Die Stimmung unter den Bewohnern ist gut“, sagt Marion Hildebrandt, Interims-Einrichtungsleiterin. Das liegt sicher auch daran, dass rund 40 Pflegekräfte, mehr als normal, sich um die Bewohner kümmern. Teilweise sind die Mitarbeiter extra früher oder aus dem Urlaub gekommen. „Auch die Nachbarn haben sofort ihre Hilfe angeboten“, sagt Birgit Velers, Pflegedienstleiterin.

Bild: Claus Hock

7.30 Uhr: Noch ist alles ruhig in der Langenwischstraße, in der die Weltkriegsbombe gefunden wurde. Erste Feuerwehrfahrzeuge sind in Delmenhorst unterwegs und sammeln sich.

Delmenhorst-Ost wird evakuiert

Betroffen sind zahlreiche Straßen: Die Stadt Delmenhorst hat zwei Listen erstellt. Wer in dem betroffenen Bereich wohnt, muss seine Wohnung bis 9 Uhr verlassen haben.

Betroffene Straßen

Der Bahnhof Heidkrug wird ab 8 Uhr nicht mehr bedient.

Der Bahnverkehr zwischen Bremen und Oldenburg wird ab 12 Uhr in beide Richtungen bis zur Entwarnung vollständig eingestellt.

Ein Bürgertelefon wurde unter Telefon  04221/991600 eingerichtet. Es ist am Freitag ab 8 Uhr erreichbar.

Die Delbus Linien 201 und 204 werden ab 8 Uhr nicht mehr vollständig angefahren. Die Linie 201 verkehrt vom ZOB nur noch bis zur Haltestelle „Feldstraße“. Alle folgenden Haltestellen bis einschließlich Rolandcenter entfallen. Die Haltestelle „Feldstraße“ wird in den Lübecker Weg verlegt.Die Linie 204 verkehrt vom ZOB nur noch bis zur Haltestelle „Lüneburger Straße“. Alle folgenden Haltestellen bis einschließlich Rolandcenter entfallen.

Aktuelle Informationen stellt die Stadt Delmenhorst unter anderem über die Smartphone-App „BIWAPP“ zur Verfügung.

    https://www.biwapp.de/

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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