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NWZonline.de Region Delmenhorst

Frauen, die zu Unrecht fast vergessen sind

13.12.2017

Delmenhorst Das Oldenburger Land hat in dem vorvergangenen und vergangenen Jahrhundert zahlreiche Malerinnen hervorgebracht, die zu Unrecht fast vergessen sind. Das finden die Kulturwissenschaftlerin Donata Holz aus Worpswede und die Delmenhorster Kunstwissenschaftlerin Bärbel Schönbohm – und haben in einem jetzt erschienenen Buch versucht, die Erinnerung an das Werk der bildenden Künstlerinnen aus dem Land zwischen Lohne und Dinklage im Süden und Varel und Wilhelmshaven im Norden wachzuhalten. Der Titel lautet „... wie froh ich aus tiefstem Herzen bin, malen zu können. – Luzie Uptmoor und Künstlerinnen ihrer Zeit aus dem Oldenburger Land“.

„Es war eine Schatzsuche. Und auch eine kleine Reise durch die Kunstgeschichte“, beschrieb Autorin Schönbohm die Entstehungsgeschichte des Buches bei seiner Präsentation am Dienstag in der Delmenhorster Buchhandlung Decius. Den Anstoß hatte schon vor einigen Jahren die Lohner Luzie-Uptmoor-Stiftung gegeben. Holz und Schönbohm gestalteten 2013 eine erste Ausstellung im dortigen Industriemuseum, in denen das Werk von 13 Künstlerkolleginnen der Lohner Malerin (1899-1984) vorgestellt wurde. Eine zweite Ausstellung mit weiteren Malerinnen folgte – und der jetzt erschienene reich bebilderte Begleitband. Auf über 200 Seiten findet der Kunstinteressierte Porträts von über 30 Künstlerinnen, die zwischen 1865 und 1933 in der Region teilweise geboren wurden, hier lebten und arbeiteten.

Der Tatsache geschuldet, dass der Freundeskreis Luzie Uptmoor aus Lohne Herausgeber des Buches ist und die Luzie-Uptmoor-Stiftung die Erstellung des Werks neben anderen Geldgebern wie der Oldenburgischen Landschaft und der LzO unterstützt hat, nimmt das Werk der Lohner Malerin fast 50 Seiten ein. Auf den folgenden knapp 130 Seiten werden dann ihre Zeitgenossinen aus dem Oldenburger Land in Text und Bild porträtiert. Interessante, spannend zu lesende Lebensläufe kann man hier finden.

„Frauen durften erst ab 1919 an die Akademien. Sie konnten sich allenfalls bei Privatleuten oder in Paris unterrichten lassen“, sagt Schönbohm über die Zeiten, in denen der Großteil der in dem Buch vorgestellten Malerinnen lebte und arbeitete. Die Ungleichbehandlung der Geschlechter habe Nachwirkung bis heute, schließlich gebe es „immer noch mehr Künstler als Künstlerinnen“, stellt Schönbohm fest.

Vorgestellt werden Leben und Werk von Louise Droste-Roggemann (1865-1945), Emy Rogge (1866-1959), Olga Potthast von Minden (1869-1942), Paula Sedana Schiff-Magnussen (1871-1962), Marie Stein-Ranke (1873-1964), Gertrud Freifrau von Schimmelmann (1875-1945), Marie Stumpe (1877-1946), Anna Martens (1878-1964), Emma Ritter (1878-1972), Bertha Harbers (1878-1977), Hedwig Ranafier-Bulling (1882-1961), Angela Peus (1886-1950), Elsa Oeltjen-Kasimir (1887-1944), Therese von der Vring (1894-1927), Helene Kempin (1896-1944), Trude Rosner-Kasowski (1899-1970), Marie Meyer-Glaeseker (1901-1983), Veronika Caspar-Schröder (1907-2001), Marie-Louise Ahlhorn-Packenius (1908-1974), Paula kl. Kalvelage (1911-2000), Gertrud Röver-Dick (1913-2015), Wernhera Sertürner (1913-2001), Marga von Garrel (1913-2003), Carla Zierenberg (1917-2010), Ingeborg Schwonke-Harding (1919-1983), Anna Maria Strackerjan (1919-1980), Maria Albes (1020-2015), Irmgard Elsner (1920-2013), Ruth Schmidt Stockhausen (1922-2014), Eva Simmat (1923-1993), Eleonore Frey-Hanken (1927-1975) und Luise Niemeyer (1933-2014).

Das Buch ist ab sofort für 15,80 Euro erhältlich.