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Segelschulschiff „Gorch Fock“ wird fertig gebaut
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Aktualisiert vor 11 Minuten.

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Segelschulschiff „Gorch Fock“ wird fertig gebaut

NWZonline.de Region Delmenhorst

Geschichten aus dem Leuchtturm der Wissenschaft

05.02.2018

Delmenhorst 65 Fellows aus 18 Nationen, darunter auch aus Ländern wie Ungarn, Libanon, Mexiko und Südafrika, haben im vergangenen Jahr einen Arbeitsaufenthalt im Delmenhorster Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) verbracht und die Gelegenheit zum Austausch mit anderen Disziplinen genutzt. Das berichtete HWK-Rektor Reto Weiler bei der Begrüßung der rund 200 Gäste des Neujahrsempfangs der interdisziplinären Forschungsstätte am Freitagabend. Begleitet wurde der Empfang von einer Ausstellung mit Arbeiten aus dem Projekt „Tea Pavilion“ der Berliner Künstlerin und „Artist in residence“ Dorothee Albrecht und einer Lichtinszenierung der ebenfalls aus Berlin stammenden Künstlerin Julia Schnittger.

Mit archaischen Didgeridoo-Klängen stimmte der junge Musiker Luca Azeroli die Gäste auf das Thema von Prof. Nicholas Conard ein – der in Tübingen lehrende gebürtige US-Amerikaner referierte über prähistorische Kunst und aus der Zeit vor 42 000 bis 40 000 Jahren datierende Musikinstrumenten-Funde in Höhlen der Schwäbischen Alb.

Der Neurowissenschaftler Reto Weiler wird das HWK Ende August nach zehnjähriger Amtszeit als Rektor verlassen. Den letzten Neujahrsempfang unter seiner Ägide nutzte er dazu, den Ländern Niedersachsen und Bremen für ihr finanzielles Engagement in die interdisziplinäre Forschungsstätte am Lehmkuhlenbusch Dank zu sagen. Weiler dankte auch dem Verein der Freunde und Förderer, der die Kosten des Empfangs übernahm, und dem Wissenschaftsrat, der dem HWK unlängst Bestnoten gegeben habe, gar von einem „Leuchtturm“ in der Wissenschaftswelt gesprochen habe, und fügte noch einen Wunsch an: „Eine Weiterentwicklung ist nur mit einem Aufwuchs der Mittel möglich.“

Im Sommer des vergangenen Jahres wurde den Karsthöhlen in den Tälern der Ach der Lone auf der Schwäbischen Alb, Fundorte der ältesten bekannten Kunstwerke der Welt, hergestellt von eiszeitlichen Jägern, durch die Unesco der Rang eines Weltkulturerbes zuteil. Es sei ein langer Weg dorthin gewesen, berichtete Prof. Conard in seinem Vortrag. Denn bis vor Kurzem sei das Prädikat „Weltkulturerbe“ in Deutschland ausschließlich Gebäuden oder Gebäudeensembles vorbehalten gewesen.

Conard hat auf der Schwäbischen Alb diverse Grabungen geleitet und dabei zum Teil überraschende Fundstücke, wie Fragmente prähistorischer Flöten, zutage gefördert. Die Instrumente waren aus Mammut-Elfenbein oder auch aus Knochen großer Vögel gefertigt. Bei früheren Grabungen waren in den Höhlen bereits erste Zeugnisse figürlicher Kunst und ein mythisches Mensch-Tier-Mischwesen, der sogenannte Löwenmensch, der möglicherweise einen Hinweis auf eine frühe Entwicklung eines Glaubenssystems gibt, gefunden worden. Die Fundstätten auf der Schwäbischen Alb sind bis jetzt einzigartig, ältere Dokumente künstlerischen Schaffens des modernen Menschen gibt es weltweit nicht.

„Seit den 90er Jahren glaubt man, dass Kunst, Musik und mythische Vorstellungen schlagartig gleichzeitig entstanden sind“, so Conard. Weitere Funde belegten die abwechslungsreiche Speisekarte des frühen Homo sapiens, der sich von Ostafrika aus auf den Weg nach Europa gemacht habe und sehr wahrscheinlich das Donautal hochgewandert sei. Die Kompetenzen des modernen Menschen ließen den bis dahin in der Region dominierenden Homo neanderthalensis nach und nach ins Hintertreffen geraten, das Ende der Geschichte ist bekannt. „Die Funde, die wir gemacht haben, haben meine Erwartungen völlig übertroffen“, sagte Conard.

Wolfgang Bednarz Delmenhorst / Redaktion Delmenhorst
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