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NWZonline.de Region Delmenhorst

Retinaforschung bleibt spannend

04.10.2017

Delmenhorst „Ich habe mein wissenschaftliches Leben damit verbracht, die Verschaltungen der Netzhaut zu verstehen“, sagt Prof. Dr. Reto Weiler. Mit den Ergebnissen seiner Arbeit hat sich der im kommenden Jahr in den Ruhestand wechselnde Rektor des Delmenhorster Hanse-Wissenschaftskollegs (HWK) in der internationalen Fachwelt einen hervorragenden Ruf eingehandelt. Deswegen, und weil der Neurowissenschaftler im Mai seinen 70. Geburtstag feierte, war das HWK am Montag und Dienstag Ort eines Symposiums, in dem über 80 Retinaforscher und Nachwuchswissenschaftler die neuesten Erkenntnisse der Retinaforschung diskutierten. Dabei ging es auch um die medizinische Verwertbarkeit der Ergebnisse. Ab diesem Donnerstag schließt sich ein weiteres Symposium in Paris an, an dem auch Weiler teilnehmen wird.

Ein langjähriger Wissenschaftler-Kollege von Weiler ist Prof. Dr. Eberhart Zrenner, Augenheilkundler von der Universität Tübingen. Zrenners Arbeitsgruppe hat ein elektronisches Netzhaut-Implantat entwickelt, das im vergangenen Jahr seine offizielle Zulassung erhalten hat. Der drei mal drei Millimeter große Chip kann Menschen, die an Retinitis pigmentosa leiden und deswegen von Blindheit bedroht sind, eine Sehfähigkeit zurückgeben, die ihnen zumindest das Erkennen von Umrissen und Bewegungsabläufen ermöglicht. Inzwischen ist das Implantat schon 60 Patienten eingesetzt worden.

Was die Wissenschaftswelt immer noch erstaunen lässt, ist die Komplexität der Abläufe in der Netzhaut. Als „ein vom Gehirn nach außen gestülpter Teil“ (Zrenner) leistet sie mehr als Licht in den Fotorezeptoren in elektrische Impulse zu verwandeln und weiterzuleiten. „In der Netzhaut wird wahnsinnig viel vorsortiert“, sagt der Tübinger Wissenschaftler, der die Atmosphäre des HWK schätzt. „Hier bis spät in die Nacht wissenschaftlich zu diskutieren, das ist das Besondere.“

Wolfgang Bednarz
Delmenhorst
Redaktion Delmenhorst
Tel:
04221 9988 3

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