DELMENHORST - DELMENHORST/MV - Auch nach der politischen Entscheidung, kein Narkosegewehr für Tiere in besonderen öffentlichen Notsituationen anzuschaffen, ist das Thema für die Tierschutzpartei noch nicht abgeschlossen. Dessen Vorsitzende Heidi Scharfscheer empfindet es als „hammerhart“, dass die Stadt bisher nicht auf ein Angebot des Tierpflegers Thomas Riesmeier eingegangen ist. Dieser hatte einen Tag nach der im Fachausschuss getroffenen Entscheidung, die Anschaffung eines Narkosegewehrs abzulehnen, seine Hilfe im Bedarfsfall angeboten.

Riesmeier ist seit zehn Jahren im väterlichen Wild- und Freizeitpark Ostrittrum als Tierpfleger tätig. In dieser Zeit, so Riesmeier, habe er seinem Vater „jahrelang beim Betäuben über die Schulter gesehen und dadurch viel gelernt“. Seit drei Jahren ist er als „Betäuber“ für den Landkreis Oldenburg tätig. Diese Aufgabe könne er auch für die Stadt Delmenhorst übernehmen. „Eine kurze Information an die Polizeidienststellen ist sehr hilfreich für beide Seiten. Ich kann dann ganz schnell offiziell tätig werden“, so Riemeier in seinem schriftliche Angebot an den Delmenhorster Amtstierarzt Dr. Garrels.

„Seitdem ist über ein Monat vergangenen und die Stadt hat sich noch nicht einmal gemeldet“, empört sich Heidi Scharfscheer. Ihre für die Tierschutzpartei in der Fachausschusssitzung vorgebrachte Anregung, ein Narkosegerät anzuschaffen, war abgelehnt worden. Anlass war damals das Erschießen eines entlaufenen Hundes durch die Polizei. Der Vorfall hatte die Öffentlichkeit stark bewegt.

Der Ausschuss für Gefahrenabwehr hatte das „Vorhalten und berechtigte Führen eines Narkosegewehrs“ in der Stadt Delmenhorst als von nur geringem Nutzen eingeschätzt. Zudem, so hieß es damals, sei im Notfall nicht jederzeit eine Person verfügbar, die zum Führen dieser speziellen Waffe überhaupt berechtigt ist.

Die Waffe und entsprechende Narkosemittel würden rund 5000 Euro kosten.