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NWZonline.de Region Delmenhorst

Für Diebstahl sechs Monate ins Gefängnis

15.07.2019

Delmenhorst /Oldenburg Rechtskräftig geworden ist das Urteil des Oldenburger Landgerichtes gegen einen 23 Jahre alten Mann aus Delmenhorst. Der Bundesgerichtshof hat die Revision des Angeklagten gegen das Urteil als unbegründet verworfen. Das bestätigte Richter Torben Tölle, Pressesprecher des Oldenburger Landgerichtes.

Die 1. Große Strafkammer des Landgerichtes unter Vorsitz von Richter Horst Kießler hatte im Februar den Angeklagten wegen Diebstahls zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. In dem Verfahren war es eigentlich um eine viel schwerere Tat gegangen. Der Delmenhorster war angeklagt, seine Ex-Freundin vergewaltigt zu haben. Er soll sie zuvor betäubt haben. Nach der angeklagten Vergewaltigung hatte der 23-Jährige das Handy der Frau gestohlen.

In dem Prozess konnte dem Angeklagten eine Vergewaltigung aber nicht nachgewiesen werden. Es war zu einem Beischlaf gekommen, „einvernehmlich“, wie der Angeklagte erklärte. Die Frau jedoch hatte von einer Vergewaltigung gesprochen. Was wirklich passiert war, konnte nicht aufgeklärt werden. Für den Diebstahl des Handys verurteilte die Kammer den Angeklagten zu sechs Monaten Gefängnis.

Doch das war dem Angeklagten zu hart. Zwar war er gerade vom Vorwurf der Vergewaltigung befreit worden, wegen Diebstahls wollte der Angeklagte aber trotzdem nicht für sechs Monate ins Gefängnis. Die Verteidigung hatte bezüglich des Diebstahls auf eine Geldstrafe plädiert. Die Kammer sah das aber anders. Der Angeklagte hatte schon zwei Jahre lang im Gefängnis gesessen und wurde dann unter Führungsaufsicht gestellt. In dieser Zeit beging er die neue Tat. Deswegen gab es für den Diebstahl weder eine Bewährungs- noch eine Geldstrafe. Der Bundesgerichtshof teilte nun die Auffassung des Landgerichtes. Deswegen wurde auch die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts als unbegründet verworfen.

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