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NWZonline.de Region Delmenhorst

Marihuana Für Schmerztherapie: 45-jähriger Delmenhorster muss wegen Eigenanbaus in Haft

07.09.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-09-07T08:44:48Z 280 158

Marihuana Für Schmerztherapie:
45-jähriger Delmenhorster muss wegen Eigenanbaus in Haft

Delmenhorst/Oldenburg Zwei Jahre und drei Monate Gefängnis lautete das Urteil des Delmenhorster Amtsgerichts für einen 45 Jahre alten Mann aus Delmenhorst, der Marihuana angebaut hatte. Dieses Urteil bestätigte am Mittwoch das Landgericht Oldenburg. Er habe das Marihuana angebaut, weil er unter starken Rückenschmerzen leide und mit den Drogen seine Schmerzen lindern wolle, erklärte der Angeklagte. Der illegale Drogenanbau ist jedoch strafbar, weshalb der Angeklagte verurteilt worden ist.

Für den Angeklagten kommt es aber noch dicker. Er hat noch zwei Jahre Haft auf Bewährung offen. Aufgrund des gestrigen Urteils wird diese Bewährung widerrufen, so dass der 45-Jährige für über vier Jahre ins Gefängnis muss.

„Ich habe mir nur geholfen, verdammt noch mal“, rechtfertigte sich der Angeklagte. „Gesetz ist Gesetz“, konterte die Vorsitzende Richterin.

Der Angeklagte ist erheblich einschlägig vorbestraft. Wegen bewaffneten Handeltreibens mit Drogen wurde er bereits zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Da spielten die Schmerzen noch keine Rolle. Als er die Drogen anbaute, stand er unter Bewährung. 750 Gramm Marihuana hatte er ernten können, ausreichend für eine längere Schmerztherapie.

Die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe und stellte für den Angeklagten den Antrag, in Zukunft seine Schmerzmittel selbst anbauen zu dürfen. Doch davon wollte die Oldenburger Berufungskammer nichts wissen. Eine medizinische Diskussion sei nicht zu führen, so die Richterin.

Fest steht, dass Cannabis Schmerzen lindern kann. Es wird in der Medizin aber nur zögerlich eingesetzt. Das hat der Angeklagte zumindest geschafft. Seit Juni bekommt er seine Drogen auf Rezept. Eine Abmilderung des Delmenhorster Urteils kam wegen der zahlreichen einschlägigen Vorstrafen nicht infrage.

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