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NWZonline.de Region Delmenhorst

Mit Frauenpower gegen Männergewalt

14.11.2017

Delmenhorst Diese Frauen wollen mitreden: Die Delmenhorster Markthalle ist an diesem Dienstag Treffpunkt von über 90 Gleichstellungsbeauftragten aus dem gesamten Land Niedersachsen. Schwerpunktthema ist die in der Regel von Männern ausgehende Gewalt gegen Frauen. Veranstaltet wird das Treffen von der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbüros (lag) in Niedersachsen mit rund 250 Mitgliedern. „Wenn 90 davon teilnehmen, dann ist das ein toller Schnitt“, sagte am Montag die lag-Geschäftsführerin Annette Wiede, die – so wie einige weitere Kolleginnen aus dem lag-Vorstand – schon einen Tag früher angereist war.

Die im Jahr 1989 gegründete lag versteht sich als politische Interessenvertretung, die Stellung zu landespolitischen Gesetzes- und Richtlinienvorhaben nimmt und frauenpolitische Impulse an die Landesregierung gibt. Zweimal im Jahr finden regelmäßige Treffen statt, einmal in Hannover und einmal in der Fläche. Sie setzt sich unter anderem für eine ausreichende und dauerhafte Finanzierung von Frauenhäusern und Beratungsstellen ein und fordert mehr Täterberatungsstellen sowie Angebote für traumatisierte Frauen und Mädchen.

Zwei Referentinnen werden in der Markthalle zum Thema sprechen: Aus dem Niedersächsischen Sozialministerium wird Andrea Frenzel-Heiduk darüber berichten, was das Land zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen anbietet. Außerdem wird Heike Rabe vom Berliner Institut für Menschenrechte zu den Auswirkungen der Ratifizierung der Istanbul-Konvention, die sich gegen Diskriminierung jeglicher Art ausspricht, berichten.

Das Übereinkommen wurde am 11. Mai 2011 von 13 Mitgliedsstaaten des Europarates in Istanbul unterzeichnet. Bis November 2017 wurde es von 45 Staaten unterzeichnet und von 27 ratifiziert. Deutschland hat es am 12. Oktober dieses Jahres ratifiziert.

„Die häusliche Gewalt ist die, die uns das Leben schwermacht“, sagte am Montag Anne Behrens, Gleichstellungsbeauftragte beim Landkreis Stade. Immerhin, so Behrens, seien Frauen aufgrund der Sexualstrafrechtsreform heute besser geschützt. Die Delmenhorster Gleichstellungsbeauftragte Petra Borrmann beobachtet ein geändertes Anzeigenverhalten: Mehr Frauen als noch vor Jahren brächten heute häusliche Gewalt bei der Polizei zur Anzeige.

Weiteres Thema der Landeskonferenz ist die Gesundheitsversorgung von Frauen rund um die Geburt. Insbesondere gegen den chronischen Mangel an Hebammern müsse etwas getan werden, sind sich die Gleichstellungsbeauftragten einig und fordern die Entwicklung eines Landesaktionsprogramms für eine langfristig gute Hebammen-Versorgung.

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