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NWZonline.de Region Delmenhorst

Im Konflikt als Mediator agieren

23.05.2019

Delmenhorst Es ist meist nur ein falsches Wort, ein falscher Blick oder eine falsche Geste – doch aus diesem kleinen Missverständnis entwickelt sich dann ein handfester Streit. Um bei solchen Auseinandersetzungen in Delmenhorster Schulen eine Lösung zu erarbeiten, sind sie unheimlich wichtig: ausgebildete Streitschlichter. Jugendliche aus sechs weiterführenden Schulen kamen am Mittwoch zum sechsten Streitschlichter-Forum in der Jugendkirche St. Paulus zusammen.

„Als Gleichaltrige sprecht ihr eine Sprache mit den Beteiligten“, sagte Polizeidirektor Carsten Hoffmeyer in seinem Grußwort. „Aus polizeilicher Sicht leistet ihr einen großen Beitrag, so dass die Polizei in solchen Konflikten gar nicht erst eingreifen muss.“ Dem stimmt auch Mirjam Tünschel, zuständig für Sozialarbeit an Schulen, zu. „Wenn Gleichaltrige als Mediatoren eingesetzt werden, ist es nachhaltiger, als wenn Erwachsene wie Eltern dazu geholt werden.“

In einem Streitgespräch gehe es darum, zu vermitteln, beide Seiten zu Wort kommen zu lassen und den beiden Streitenden Hilfestellungen zu geben, verschiedene Lösungen zu entwickeln, mit denen beide Seiten leben können. „Streit und Konflikte darf es geben, das gehört dazu. Doch es kommt darauf an, sich auszusprechen“, sagt Tünschel. Als Streitschlichter hat Ole Meyer auch viel für sich selbst gelernt. Er absolviert derzeit sein Freiwilliges Soziales Jahr in der Jugendkirche, war in der Grundschule als Streitschlichter im Einsatz.

„Man achtet immer darauf, wer anfängt zu reden, ob man auf die Person auch eingeht. Ganz wichtig ist es, dass man den Konflikt objektiv betrachtet.“ Er habe dabei viel aus seiner Arbeit mitgenommen, das er auch heute noch unterbewusst einsetze.

Angelegt ist das Streitschlichter-Projekt in Delmenhorst von den Grundschulen bis zu den Berufsbildenden Schulen. Und: Die Bandbreite der verschiedenen Themenfelder im Streit wird immer größer und anspruchsvoller. „Respektlosigkeit nimmt in der Gesellschaft gerade in den sozialen Medien immer weiter zu“, kritisiert Oberbürgermeister Axel Jahnz. In einem Gespräch mit den Streitschlichtern könne sich dagegen niemand in der Anonymität verstecken. „Hier muss man lernen, sich zu zeigen“, so Jahnz.

Auch das Streitschlichter-Forum, das für die Jugendlichen als Dank für ihr ehrenamtliches Engagement dienen soll, hat seinen Anteil daran, dass sich die Streitschlichterarbeit in den Delmenhorster Schulen, zu der jüngst auch das Max-Planck-Gymnasium gestoßen ist, etabliert hat. Workshops zu Themen wie Selbstbehauptung, Rap- und Poetry-Slam oder Streitigkeiten im Netz wurden am Mittwoch angeboten, die Anregungen und als Vernetzung für die Jugendlichen dienen. So soll auch in Zukunft die erfolgreiche Arbeit in der Streitschlichtung fortgesetzt werden.

Sönke Spille Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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