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NWZonline.de Region Delmenhorst

Projekt In Delmenhorst: Buch über Nazi-Zeit für Schulen

13.04.2018

Delmenhorst „Junge, mach da was Vernünftiges mit.“ Diese Worte richtete der Delmenhorster Wilhelm Schroers (1900-1981) kurz vor seinem Tod an einen Freund und übergab ihm ein Manuskript mit seinen Lebenserinnerungen. Schroers ist nicht nur Zeitzeuge der Nazi-Zeit, er hat gekämpft für ein Leben in Freiheit, für Demokratie und Menschenrechte. Sein Freund machte etwas daraus: Er verarbeite die persönlichen Schriften von Wilhelm Schroers zu einem Buch. 2017 erschien es unter dem Titel „Wilhelm Schroers - Lebenserinnerungen - Widerstand und Wiederaufbau in Delmenhorst“.

120 Exemplare kommen dank der finanziellen Unterstützung des Vereins zur Förderung der kommunalen Kriminalprävention jetzt an die Schulen in Delmenhorst. Sie sollen für den Unterricht als Zeitzeugenbericht zur Verfügung stehen. Alle elf Allgemeinbildenden Schulen und die Berufsschulen erhalten die Bücher für die Schüler ab dem achten Jahrgang. Denn, so der Förderverein, persönliche erzählte Geschichten zeigten Zusammenhänge auf, die in Geschichtsbüchern nicht zu finden seien. Oberbürgermeister Axel Jahnz ist Schirmherr des Projektes.

Der Freund, der das Manuskript von Wilhelm Schroers erhalten hat, ist der Autor Heiko Honisch. Zusammen mit dem Unternehmensberater Hans-Joachim Olczyk hat er das Buch herausgegeben. „Er war ein Mensch der direkten Ansprache und hat einem auch die Meinung gesagt“, so beschreibt Honisch Wilhelm Schroers. Er habe den jungen Menschen von seinen Erlebnissen erzählen wollen mit dem Hintergrund, dass so etwas wie in der Zeit des Nationalsozialismus nicht wieder passieren sollte.

So hofft auch Gerd Schütte, Vorsitzender des Fördervereins, dass die Berichte des Zeitzeugen bei den Schülern Empathie erwecken. „Was er in den 12 Jahren ausgehalten hat und wie er gekämpft hat“, sagt er nachdrücklich, das müsse in Erinnerung bleiben. Schauspieler Johannes Mitternacht, der als Vorleser im Projekt involviert ist, schätzt den lokalen Bezug: „Man kann man die Geschehnisse verorten.“ Anhand von Straßennamen zum Beispiel.

Das Besondere sei laut Honisch, dass die historischen Fakten aus den Aufzeichnungen Schroers alle von Studenten der Universität Oldenburg geprüft wurden. „Das können wir guten Gewissens an die Schulen geben.“

Wer war Wilhelm Schroers?

Wilhelm Schroers wurde am 16. Januar 1900 in Bremen geboren. Er ging in Delmenhorst zur Schule und war Industrie-, Landwirtschafts- und Bauarbeiter. Als Jugendlicher schloss er sich der politischen und gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung an.

In der Zeit des Nationalsozialismus geriet er ab 1933 wegen seiner politischen Aktivitäten schnell ins Fadenkreuz der Gestapo und verbrachte über zwei Jahre in Gefangenschaft.

Nach der Befreiung durch die Alliierten wurde er am 1. Mai 1945 in den Delmenhorster Stadt-Vertrauensausschuss (Vorläufiger Stadtrat) als Vertreter der Arbeiterschaft eingesetzt und war ab Oktober Ratsherr. Bis zu seinem Tod am 4. Juli 1981 war er politisch engagiert.

Nina Janssen Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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