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NWZonline.de Region Delmenhorst

Vorhaben löst Unverständnis aus

18.02.2019

Delmenhorst Es war sicherlich der Aufreger zum Ende des vergangenen Jahres: In seiner letzten Sitzung vor dem Jahreswechsel brachte der Ausschuss Planen, Bauen und Verkehr – nach dreieinhalb Jahren Pause – den Bebauungsplan für die nördliche Fläche des Pultern-Areals in Stickgras, nordwestlich der B 75, wieder auf die Tagesordnung. An dessen Ende soll die Entwicklung eines Gewerbegebietes stehen. Bereits während der Ausschusssitzung sorgte dieses Vorhaben für massive Kritik – nicht nur von Umweltschützern: schließlich liegt die Fläche mitten im Landschaftsschutzgebiet Langenwisch-Emshoop.

Auch zwei Monate später hat sich das Unverständnis bei den Mitgliedern des Delmenhorster Naturschutzbundes (Nabu) nicht gelegt. Bei einer gemeinsamen Begehung des Gewerbegebietes an der Weyher Straße und Stickgraser Allee am Wochenende brachten sie ihren Unmut zum Ausdruck und zeigten verschiedene Möglichkeiten für die Zukunft auf – die das Gewerbegebiet „Stickgras II“ abwenden sollen.

Gerade die großzügige Vergabe der Flächen stößt den Nabu-Mitgliedern sauer auf. Viele Unternehmen würden die groß erworbenen Flächen nur wenig bebauen, viel Platz würde derzeit ungenutzt sein. „Haben wir Freiflächen zu verschenken?“, kritisierte Margitta Spiecker. Auch bei der jüngsten Vergabe der Flächen bemängelt der Nabu, dass die Flächenpotenziale nicht ausgeschöpft werden.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die Mitarbeiterzahlen der Firmen. „Es kann nicht angehen, dass solch große Flächen an Unternehmen verkauft werden, die eine vergleichsweise geringe Zahl von Arbeitsplätzen mitbringen.“ Vielmehr forderte der Nabu, die vergebene Gewerbefläche an die Zahl der Mitarbeiter des Unternehmens zu koppeln. „Es gibt sehr viele Kommunen, in denen das bereits sehr erfolgreich praktiziert wird“, so Margitta Spiecker.

Auch würden noch eine Menge Gewerbeflächen in Delmenhorst vorhanden werden. Bevor man neue Gewerbegebiete erschließe, so der Nabu, solle die Stadt zunächst die bestehende Gewerbeinfrastruktur auslasten. „Die Potenziale liegen hier bei bis zu 120 Hektar“, sagte Dr. Yvonne Ingenbleek. Etwa drei Viertel würden sich derzeit in privatem Besitz befinden und zumindest nicht kurzfristig genutzt werden könnten. Anders sei die Situation dagegen bei der Sulinger Straße und am Reinersweg. „Wir sind eine recht kleine Stadt, da können wir es uns nicht leisten, Flächen zu verschenken.“

Prof. Gerd Turowski prangerte das Vorhaben der Stadt Delmenhorst ebenfalls an. „Die Stadt Delmenhorst befindet sich inmitten von zwei großen und hoch differenzierten Arbeitsmärkten Bremen und Oldenburg. Es ist somit überhaupt nicht das Erfordernis zu erkennen, wertvolle Freiflächen unter großen planerischen und fiskalischen Risiken einer gewerblichen Nutzung zu opfern.“ Zur Sprache brachte er unter anderem, dass die Verordnung zum Schutz des Gebietes Langenwisch-Emshoop von 1984 erst im November vom Rat neu bestätigt wurde.

„Es wurden inzwischen erhebliche Aufwendungen, unter anderem durch Landesfördermittel, in dieses Gebiet investiert, und die Landschaft als ,optimaler Kompensationspool’ ausgemacht“, sagte Margitta Spiecker. Deshalb eigne sich die Fläche viel besser für weiteren Ausgleich bei Bauvorhaben in der Zukunft. Für Eingriffe müsse die Stadt neue Kompensationen ausweisen – ein finanzielles Faktum, wie Spiecker fand.

Bereits im Dezember wurde für einen Beschlussvorschlag gestimmt, dass eine Machbarkeitsstudie aufzeigen soll, was in dem Gebiet überhaupt möglich ist. In der Ausschusssitzung Planen, Bauen und Verkehr gibt es an diesem Dienstag, 19. Februar, noch einen Ergänzungsantrag.

Fest steht aber wohl bereits jetzt: Die Debatte um den Bebauungsplan wird die Stadt Delmenhorst wohl auch in den kommenden Monaten beschäftigen – und der Nabu wird nicht locker lassen, ihn zu verhindern.

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Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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