• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Delmenhorst

Delmenhorst behält Realschule

22.02.2019

Delmenhorst „Ihr macht mir das heute wirklich nicht einfach“, sagte Antje Beilemann, Ratsvorsitzende der Stadt Delmenhorst, während der Ratssitzung der Stadt Delmenhorst um 20.06 Uhr. Eigentlich hätte der öffentliche Teil der Sitzung zu diesem Zeitpunkt bereits beendet sein sollen. Nach hitzigen Diskussionen befand sich der Rat in der Tagesordnung aber erst bei Punkt 6 von 12 – der Schulentwicklung.

  Der Hintergrund

Grund für die Diskussion ist die niedersachsenweite Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren, die für ein Platzproblem in Delmenhorst sorgt. Die CDU hatte daraufhin die Variante 1a beantragt: Zusammenlegung der Oberschule Süd am Brendelweg, Nutzung des Schulgebäudes an der Königsberger Straße durch das Willms-Gymnasium und die Umwandlung der bestehenden Realschule in zwei eigenständige Realschulen.

  Der Appell

Bereits in den Ausschusssitzungen zuvor hatte es jede Menge Redebedarf gegeben. Nachdem in der Einwohnerfragestunde Eltern, Schüler und Lehrer für eine Schulvielfalt und den damit verbundenen Erhalt der Realschule appelliert hatten, ergriff Oberbürgermeister Axel Jahnz das Wort, bat um die Fortführung der Realschule als eine gemeinsame Schule an zwei Standorten. Den etwa 150 Besuchern in der Markthalle, darunter auch viele Schüler, sagte er: „Ich gehe fest davon aus, dass wenn wir die Halle heute Abend verlassen, wir beide Standorte noch haben.“ Er sollte Recht behalten.

  Die Diskussion

Die SPD argumentierte für ihren Antrag – die Erarbeitung einer Standortanalyse für jede Schule der Stadt Delmenhorst. „Für uns ist das hier in der Schulentwicklung nur eine Zwischenetappe“, sagte Dr. Enno Konukiewitz. „Wir wünschen uns eine solide Entwicklungsplanung für alle“, stimmte Parteikollegin Gabi Baumgart zu. Frauke Wöhler (CDU) hielt dagegen: „Ich glaube nicht, dass sich der Wunsch der Eltern in den nächsten Jahren ändern wird“, sagte sie und betonte, dass es „fahrlässig ist, den Wunsch der Eltern zu ignorieren“. Kritik hagelte es für diese Aussage von Andrea Lotsios (SPD): „Wer uns unterstellt, den Elternwillen zu missachten, ist ignorant.“

Trotz der energischen Reden und hitzigen Diskussionen: Mit Blick auf die drohenden Platzprobleme an den beiden Delmenhorster Gymnasien musste eine Entscheidung getroffen werden. Kurz vor der Abstimmung signalisierte SPD-Fraktionsvorsitzende Bettina Oestermann dann: „Wir wollen keine Blockade und dazu beitragen, die Raumnot zu lösen.“

  Die Abstimmung

Nach einer knapp 20-minütigen Unterbrechung wurde – nach Antrag von Peter Stemmler (UAD) – zunächst geheim über den Antrag der SPD zur Standortanalyse abgestimmt. Mit einer knappen Mehrheit votierten 21 der 41 Stimmberechtigten für den Antrag.

Im Anschluss wurde über den CDU-Antrag in Einzelteilen entschieden. Für den Umzug der Oberschule an der Königsberger Straße an den Brendelweg mit baulicher Erweiterung stimmten 36 Personen mit Ja (2 Nein-Stimmen, 3 Enthaltungen). Abgelehnt wurde dagegen, eine Oberschule mit einem gymnasialen Zweig auszustatten (18 Ja, 23 Nein). Auf einen einstimmigen Beschluss konnten sich die Ratsmitglieder bei den Gymnasien einigen: Die Außenstelle des Willms-Gymnasiums zieht an die Königsberger Straße, das Maxe erhält zudem einen Erweiterungsanbau – das G8/G9-Problem ist damit gelöst.

Mit knapper Mehrheit von 21:20 Stimmen wurde außerdem für die Dreizügigkeit der Realschule an der Lilienthalstraße gestimmt. Diese müsse, so Fachbereichsleiter Hero Mennebäck, jedoch, von der Landesschulbehörde noch genehmigt werden. Aus dem Wunsch der CDU, aus der bestehenden Realschule zwei eigenständige einzuführen, wird derweil nichts. In geheimer Abstimmung votierten 21 Ratsmitglieder gegen Antrag und nur 19 dafür. Oberbürgermeister Jahnz hatte also Recht behalten.

Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2003
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.