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NWZonline.de Region Delmenhorst

Religion: Jahreswechsel im neuem Mantel

20.09.2017

Delmenhorst Behutsam holt Pedro Benjamin Becerra die Thorarolle der jüdischen Gemeinde Delmenhorst aus dem Schrein der Synagoge. Die Pergamentrollen befinden sich in weißem Stoff, auf dem das Bild einer Synagoge gestickt ist. Nur die hölzernen Griffe der Thora ragen am oberen Ende aus dem Stoff heraus.

„Endlich haben wir auch einen weißen Mantel für unsere Thora“, freut sich Becerra, der der Vorsitzende der Gemeinde ist. Normalerweise ist die Thora, auf der der erste Teil der hebräischen Bibel, der sogenannte „Tanach“, verzeichnet ist, in einen anderen Mantel gehüllt. Nur für die Festtage Jom Kippur (Versöhnungsfest) und Rosch ha-Schana (Neujahrsfest) wird ein weißer Mantel verwendet.

Geschenk aus Amerika

„Der Mantel ist ein Geschenk aus Amerika“, erklärt Becerra. „Die Nachkommen aus den Familien Goldschmidt und Abraham, die aus Delmenhorst stammen, haben ihn der Gemeinde zum 20-jährigen Bestehen geschenkt.“

Besonders an dem Mantel sei, dass die Fassade der ehemaligen Delmenhorster Synagoge, die sich an der Cramer-straße befand und 1938 von den Nationalsozialisten vernichtet wurde, auf den Stoff gestickt sei. Der Mantel vereinige damit ein Stück jüdischer und Delmenhorster Geschichte.

„An diesem Mittwoch wird der neue Mantel zum Neujahrsfest innerhalb der Gemeinde feierlich eingeführt“, berichtet Becerra. Gefeiert werde der Wechsel vom Jahr 5777 zum Jahr 5778. Ausgangspunkt dieser Zeitrechnung sei die Schaffung von Himmel und Erde durch Gott, wie sie im 1. Buch Mose beschrieben sei, erklärt der Gemeindevorsitzende.

„Das Neujahrsfest ist einer der wichtigsten Feiertage für Juden, wird aber von jeder Gemeinde etwas anders gefeiert“, sagt Becerra. So sei es in Delmenhorst üblich, das Fest gemeinsam in der Synagoge mit einem Gottesdienst zu feiern, den Rabbinerin Alina Treiger halten wird.

„Das kenne ich aus meiner Jugend anders“, erinnert sich Becerra. Da habe man das Neujahrsfest zu Hause mit der Familie gefeiert. Dass das in Delmenhorst anders gehandhabt werde, ergebe sich aus der Vergangenheit vieler Gemeindemitglieder.

Gemeinsame Feier

„Ein großer Teil unserer Gemeinde ist aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen. Den Menschen war es damals nicht erlaubt, ihren Glauben zu praktizieren, was zur Folge hatte, dass sich viele Juden erst in Delmenhorst wieder stärker mit der Religion auseinandersetzen konnten. Deshalb feiern wir das Fest auch zusammen in der Synagoge“, erklärt der Vorsitzende weiter.

Dabei werde traditionell Süßes, wie zum Beispiel in Honig getauchter Apfel gereicht, um ein gesegnetes, süßes Jahr einzuläuten. Praktiziert werde auch der Brauch, zum Jahreswechsel Grußkarten zu verschicken.

Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg
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