Delmenhorst - Reichlich Applaus aus dem Publikum gab es am Donnerstag bei der Sondersitzung des Delmenhorster Bildungsausschusses zum Thema Schulentwicklung. Der Grund: Der Vorschlag der Verwaltung, Haupt- und Realschule zu schließen und dafür eine dritte Oberschule einzuführen, ist erstmal vom Tisch.
Stattdessen wird der Verwaltung nun die Prüfung der sogenannten Variante 1a zur Schulentwicklung empfohlen. Verwaltungsausschuss und Rat müssen jedoch noch darüber abstimmen. Im Vorfeld hatten sich zahlreiche Schüler, Eltern und Lehrer mit Plakaten und in der Einwohnerfragestunde gegen den Vorschlag der Verwaltung positioniert. Ein Hauptargument: Die Schulvielfalt in Delmenhorst müsse erhalten bleiben.
Eingebracht hatte den Antrag für die Variante 1a die CDU-Fraktion gemeinsam mit FDP und UAD. Sie sieht vor, die Oberschule Süd am Brendelweg zusammenzulegen, dazu soll es einen Anbau geben. Dadurch entstünde ein neues Schulgebäude an der Königsberger Straße, das vom Willms-Gymnasium als Außenstelle genutzt werden könnte. Zentraler Punkt der Variante 1a ist, dass die bestehende Realschule Delmenhorst in zwei eigenständige Realschulen umgewandelt werden soll. Zudem stünden Räumlichkeiten am Pestalozziweg zur freien Verfügung.
Dass über den Antrag jetzt entschieden wurde, kam für einige überraschend. Zuvor hatte Erster Stadtrat Markus Pragal dafür plädiert, die Sitzung lediglich zur Beratung zu nutzen und eine Entscheidung erst in der kommenden Sitzung am 7. März zu fällen. Dies hatte auch die Fraktion SPD und Partner favorisiert. Sie hatte beantragt, eine umfassende Standortanalyse der Schulen „angelehnt an die tatsächlichen Bedürfnisse“ der Betroffenen durchzuführen. Dies koste zwar Zeit, „aber die müssen wir uns nehmen. Das sind wir den Kindern, Eltern und Lehrern schuldig“, mahnte Antje Beilemann (SPD). Der Antrag wurde abgelehnt.
„Unredlich“ fand es Edith Belz (Die Linke), „jetzt Druck aufzubauen, den es gar nicht gibt“. Sie schlug vor, den Vorschlag der Verwaltung zu diskutieren und am 7. März abzustimmen.
Anders sah dies Murat Kalmis (FDP): „Es gibt nichts mehr zu diskutieren. Jetzt müssen wir handeln.“ Dem schloss sich Frauke Wöhler (CDU) an. Sie warf insbesondere der SPD vor, auf Zeit zu spielen, „Zeit, die wir nicht haben“. Nach der Abstimmung begrüßte sie, dass die Variante 1a als Grundlage für die künftige Schulentwicklung und im Sinne des Erhalts der Schulvielfalt nun auf den Weg gebracht wurde. Auch wenn dies nur ein Etappensieg sei: Entscheidend sei die Ratssitzung am 20. Februar.
