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NWZonline.de Region Delmenhorst

Josef-Hospital soll vor Insolvenz gerettet werden

23.09.2017

Delmenhorst Das finanziell angeschlagene Delmenhorster Josef-Hospital soll mithilfe eines Schutzschirmverfahrens vor der Insolvenz gerettet werden. „Wir werden jetzt ein belastbares Sanierungskonzept erarbeiten, das unser Haus zukunftsfähig macht“, sagte Geschäftsführer Ralf Delker am Freitag. „Mit dem Schutzschirmverfahren verschaffen wir uns Luft und Zeit.“

Den Mitarbeitern versicherte Delker bei einer Versammlung, dass die Löhne und Gehälter für die nächsten drei Monate gesichert seien. Details zum angekündigten Stellenabbau wurden nicht bekannt. Zunächst werde ein Sanierungskonzept erarbeitet, sagte der Krankenhaussprecher Christoph Schmale.

Die gemeinnützige GmbH des Josef-Hospitals verzeichnet derzeit ein Defizit von rund drei Millionen Euro, bis Ende des Jahres könnte es nach Angaben des Sprechers auf zehn Millionen Euro anwachsen. Zu den Gründen für das Minus zählt die rückläufige Zahl an Patienten.

Im vergangenen Jahr fusionierte das Krankenhaus mit dem Klinikum Delmenhorst, in dem der inzwischen verurteilte Ex-Pfleger Niels Högel mehrere Patienten getötet hatte. „Wir können nicht sagen, ob es einen direkten kausalen Zusammenhang dazu gibt. Aber sicherlich hat der Fall zur Verunsicherung bei den Bürgern geführt“, hatte Schmale jüngst erklärt.

Ein Schutzschirmverfahren soll in die Krise geratene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger schützen, ohne dass die Geschäfte einem Insolvenzverwalter überlassen werden müssen. Die Geschäftsführung kann das Unternehmen weiter verantwortlich lenken und einen Sanierungsplan ausarbeiten.

Das Josef-Hospital hat 340 Betten und beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter. Der Krankenhausbetrieb ist der Geschäftsführung zufolge derzeit nicht gefährdet, die Bürger könnten sich auf gute gesundheitliche Versorgung verlassen, hieß es. Träger des Josef-Hospitals sind die Stadt Delmenhorst und die Stiftung St. Josef-Stift.

Mit dem Schutzschirmverfahren sollen die angeschlagenen Gesellschaften JHD Deichhorst gGmbH und JHD Mitte gGmbH saniert werden. Forderungen von Gläubigern würden ausgesetzt, teilte die Geschäftsführung mit. „Jetzt werden wir hart arbeiten, um einen Weg aufzuzeigen, wie es nach den drei Monaten für alle Beteiligten weitergeht“, sagte Delker. „Mitarbeiter, Träger, das Land Niedersachsen und die Geschäftsführung arbeiten konstruktiv zusammen.“ Zuvor hatte das Amtsgericht Delmenhorst signalisiert, dass das Krankenhaus das Schutzschirmverfahren wie beantragt anwenden kann.

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