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Selbsttests für Schulen Darum verfehlt die Testwoche in Delmenhorst ihr Ziel

Björn Struß

Delmenhorst - Um Schüler und Lehrer besser vor dem Coronavirus zu schützen, hat das niedersächsische Kultusministerium am Donnerstag an Schulen in Delmenhorst Selbsttests ausgeliefert. Am Montag hatte das Ministerium für Niedersachsen eine „Testwoche“ ausgerufen. Mit 1,6 Millionen ausgelieferten Tests sollen sich Lehrer und Schüler bis Freitag einmal selbst testen können. Doch um dieses Versprechen auch einzuhalten, kommen die Tests zu spät.

Die Integrierte Gesamtschule (IGS) erreichte die Lieferung gegen 14 Uhr, für Schulleiterin Sigrid Radetzky recht unerwartet: „Wir wussten nicht, dass wir am Donnerstag etwas bekommen. Es sind noch viel zu viele Fragen ungeklärt, um gleich am nächsten Tag zu testen. Das läuft alles zu hopplahopp.“ Das Ministerium habe lediglich angegeben, im Laufe der Woche liefern zu wollen. Es gebe zu wenige Einverständniserklärungen der Eltern, um am Freitag mit den Selbsttests zu starten.

„Das kann für die ganze Klasse eine emotionale Situation sein“

Eine zentrale, noch ungeklärte Frage ist für die Schulleiterin, wie die Lehrer mit positiv getesteten Schülern umgehen sollen. „Das kann für die ganze Klasse eine emotionale Situation sein. Andere Kinder könnten Angst bekommen, dann ist konzentriertes Lernen unmöglich“, warnt sie. Deshalb plädiert sie dafür, auch bei älteren Schülern den Selbsttest an den Frühstückstisch zu verlegen. Diese Regelung gilt aktuell nur für Grundschüler. „Zu Hause können Ängste besser aufgefangen werden. Auch die Vermittlung zum PCR-Test ist leichter möglich“, sagt Radetzky. „Und die Infektion bleibt privat.“

Ulrich Droste, Schulleiter der Berufsbildenden Schulen (BBS) II, ist anderer Meinung: „Es geht um den Infektionsschutz in der Schule. Deshalb sind die Tests auch hier am besten angesiedelt, wo wir sie im Blick haben.“ Älteren Schülern sei es zuzutrauen, den Test selbst korrekt durchzuführen. Deshalb sei nur für Grundschüler geplant, sich von Eltern helfen zu lassen. 

„Die Lehrer müssen sich mit den Tests vorab vertraut machen“

Trotz Vorbereitungen ist auch an der BBS II die Lieferung mit 12.15 Uhr zu spät eingetroffen, um am Freitag einen kompletten Testlauf zu starten. „Die Lehrer müssen sich mit den Tests vorab vertraut machen, um auch Fragen beantworten zu können“, betont Droste. „Nach den Ferien können wir dann im großen Stil testen“, verspricht er.

Auch im Maxe-Gymnasium müssen die Selbsttests über die Osterferien eingelagert werden. „In unseren Planungen hatten wir für Mittwoch eine Einweisung der Lehrkräfte vorgesehen, sodass wir am Donnerstag oder Freitag hätten testen können“, berichtet Schulleiterin Katrin Wutschke. Für sie hätte es viele Vorteile, wenn die Schüler ihren Test zu Hause durchführen. „Im Wechselunterricht wären wir sonst mit zwei Tests pro Woche an vier von fünf Tagen mit dem Testen beschäftigt.“

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