Delmenhorst - Mit Unterstützung beim Waschen von Gardinen fing es an. Inzwischen kümmert sich Gunda Krüder bei ihren Besuchen um alles, was im Haushalt und Garten anfällt. Für den älteren Herrn, den sie über die Evangelische Seniorenhilfe Delmenhorst unterstützt, ist das ein großes Glück. Er kann so weiter Zuhause wohnen bleiben und freut sich über die regelmäßigen Besuche von Gunda Krüder, die bereits seit zehn Jahren ehrenamtlich diese Aufgabe übernimmt. Beim gemeinsamen Spiegeleier-Essen bleibt dann auch immer Zeit für ein gemütliches Gespräch.
Soziales ist entscheidend
Denn für die Evangelische Seniorenhilfe Delmenhorst, die vor 20 Jahren gegründet wurde, ist der soziale Aspekt das Entscheidende. „Wir sind keine Reinigungsfirma“, betont Monika Zabel, Leiterin der Evangelischen Seniorenhilfe. Entstanden ist die Seniorenhilfe 1998 auf Anregung aus dem Besuchsdienst der Stadtkirchengemeinde. Von dort kam die Rückmeldung: „Gespräche sind gut, aber es braucht auch handfeste Unterstützung.“
Genau die will der Verein liefern. Ob Hilfe im Haushalt, Unterstützung beim Arztbesuch oder der gemeinsame Einkauf – die Ehrenamtlichen helfen den Senioren, länger eigenständig zu leben. „Und natürlich hilft es auch gegen die Einsamkeit. Der Besuch unserer Ehrenamtlichen ist für die Senioren oft der Höhepunkt des Tages“, sagt Zabel.
Sie ist diejenige, die die ersten Gespräche mit den Ehrenamtlichen und den Senioren führt. „Ich achte sehr genau darauf, dass es zwischenmenschlich passt“, schildert Zabel. Aber auch die räumliche Nähe spiele eine Rolle. Denn die Ehrenamtlichen bekommen für ihre Tätigkeit nur eine Aufwandsentschädigung von 7,50 Euro. Weite Wege will Zabel vermeiden.
Wenig Ehrenamtliche
Während es für die Senioren, die sich Unterstützung wünschen, inzwischen eine Warteliste gibt, werden es immer weniger Ehrenamtliche. „Seit drei Jahren wird es immer schwerer, Ehrenamtliche für dieses wichtige Engagement zu finden“, sagt Dr. Brigitte Augustin, die erste Vorsitzende des Vereins: „Wir versuchen, mit regelmäßigen Schulungen neue Ehrenamtliche zu gewinnen.“ Derzeit unterstützen 56 Ehrenamtliche knapp 150 Senioren.
Neben der Unterstützung im Haushalt bietet der Verein seit 2005 über das Projekt „Atempause“ auch Entlastung für Angehörige von Demenzerkrankten. Im Frühjahr 2019 gibt es bei der Evangelischen Seniorenhilfe die nächste Schulung für Ehrenamtliche, die Senioren helfen möchten.
Nähere Informationen gibt es bei Leiterin Monika Zabel unter
