Delmenhorst - Wenn die Sprint-Schüler vom Kochen erzählen, sind sie richtig begeistert. „Wir kochen nur deutsche Gerichte“, sagen sie. Neben Gemüsepfanne, Suppe und Apfelauflauf backen sie aber auch Pizza. „Lecker“, kommt es aus der letzten Reihe. So begeistert, wie die Schüler vom Backen erzählen, ist richtig zu spüren, wie viel Spaß ihnen das macht.
Der Name „Sprint“ steht für Sprache und Integration. Derzeit gibt es zwei Klassen an den Berufsbildenden Schulen (BBS) II in Delmenhorst.
Die Schüler aus der Klasse von Sabine Behrens stammen aus dem Irak, Iran, Syrien, Afghanistan, Bulgarien und Simbabwe. Das Klassenküken ist 15, der Älteste wird schon bald 20 Jahre alt. Doch bei allen Unterschieden verbindet die jungen Menschen die Neugier, die deutsche Sprache, die Menschen und ihre Kultur kennen zu lernen.
Der Sprint-Unterricht besteht aus drei Modulen. Im ersten lernen die Geflüchteten die Sprache. Doch neben dem Deutschunterricht haben sie auch Mathe, Politik und Sport. Ein zweiter Lernort sind die Werkstätten. Diese werden alle acht Wochen gewechselt. Dort lernen die Schüler zum Beispiel die Holz- und Metallverarbeitung. „Wir haben ein Namensschild aus Metall gebaut“, sagt eine junge Frau, die aus Simbabwe stammt. Aber das sei ganz schön schwierig, finden die Frauen.
Auch das Kochen gehört dazu. In Gruppen mit bis zu acht Schülern bereiten sie zum Beispiel Hauptgerichte und Nachspeisen zu.
Auch in den Werkstätten wird das Sprachvermögen trainiert, denn an den Geräten in den Werkstätten befinden sich QR-Codes, die die Schüler mit ihrem Smartphone scannen können. Dann wird ihnen in verschiedenen Sprachen angezeigt, was dies für eine Maschine ist.
Manchmal machen die Schüler auch Ausflüge berichtet Schulleiter Ulrich Droste. Dann geht es zum Beispiel ins Rathaus oder zu den Ämtern.
Seit Beginn dieses Schuljahres gibt es auch eine Sprint-Dual-Klasse. 18 Jugendliche haben an drei Tagen in der Woche ein Betriebspraktikum, an den anderen zwei Tagen vertiefen sie ihre Sprach- und Mathe-Kenntnisse. „Das Projekt läuft bislang ganz gut“, berichtet Droste. Bisher sei noch kein Schüler abgesprungen und auch die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit funktioniere gut, erklärte der Schulleiter. Daher plant die BBS II im Februar eine zweite Sprint-Dual-Klasse mit 16 Schülern einzurichten.
