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NWZonline.de Region Delmenhorst

Dieses Haus muss weichen

05.07.2018

Delmenhorst 116 Jahre sind eine lange Zeit – genau so lange schon steht an der Langen Straße 72 das historische Gebäude im Gründerzeit-Stil. Im September soll es abgerissen werden und einem schlichteren Neubau weichen, den die Krankenkasse AOK als Firmensitz in Delmenhorst nutzen will.

Dieser Plan gefällt nicht jedem Bürger in Delmenhorst. So geht es auch Friedrich Hübner, Vorsitzender des Heimatvereins Delmenhorst. „Aus Sicht des Heimatvereins wäre es sehr wünschenswert, wenn wenigstens die prächtige Fassade des Gebäudes erhalten und in den Neubau integriert werden könnte“, teilte Hübner mit.

„Schon viele gute und das Stadtbild prägende Bauten sind in den letzten Jahrzehnten durch Abriss verloren gegangen“, bedauert Hübner weiter. Beispiele seien ein Gründerzeithaus, das an der Stelle in der Innenstadt stand, auf der sich heute die Filiale des Möbelgeschäftes „C&A“ befinde, die ehemalige Fassade der Schauburg und weitere Gründerzeithäuser, die gegenüber der Schauburg gestanden hätten.

Kein blinder Aktionismus

Der Grund für den Abriss des Gebäudes ist allerdings kein blinder Aktionismus, wie sich in einem Gespräch mit Sandra Boltes, Stellvertreterin des Regionaldirektors Andre Kerber zeigt. „Die AOK braucht einen neuen Standort in Delmenhorst“, erklärte sie. Der Erbpachtvertrag des aktuellen Standortes mit der Stadt Delmenhorst sei von Seiten der Stadt nicht verlängert worden. Deshalb hätte die Krankenkasse ihren Sitz am Hans-Böckler-Platz aufgeben und eine Alternative finden müssen, berichtete Boltes auf Nachfrage der NWZ.

Da sich das zentral gelegene Gebäude nach einem Zusammenschluss mit der Krankenkasse IKK bereits im Besitz der AOK befand, habe man auch noch das Nachbarhaus erworben, das ebenfalls abgerissen werden könne. Auf der frei werdenden Fläche solle dann der Neubau für rund 55 Mitarbeiter entstehen.

„Der Abriss ist für den kommenden September geplant. Im Herbst 2019 soll der Neubau fertiggestellt werden“, erläuterte Boltes das Bauvorhaben. Die Kosten dafür würden bei rund 4,4 Millionen Euro liegen.

Es habe auch Überlegungen zum Erhalt des ursprünglichen Gebäudes gegeben. Eine Sanierung sei aber im Hinblick auf die Brandschutzrichtlinien und die nicht vorhandene Barrierefreiheit viel zu teuer geworden und nicht im Interesse der Beitragszahler, so die AOK-Mitarbeiterin weiter.

Abriss ist rechtmäßig

Und auch wenn der Abriss nicht jedem gefallen mag, so ist er doch rechtens, wie Timo Frers, Sprecher der Stadt Delmenhorst bestätigte. „Das Gebäude ist nicht im Verzeichnis der Kulturdenkmale (Denkmalschutzliste) eingetragen“, berichtete er in einer Stellungnahme.

Frers betonte, dass Baudenkmale bauliche Anlagen seien, an deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, wissenschaftlichen oder städtebaulichen Bedeutung ein öffentliches Interesse bestehe. Das sei hier nicht der Fall. Das Haus könne sogar ohne vorherige Anzeige abgerissen werden.

Friedrich Hübner vom Delmenhorster Heimatverein kann die Gründe, die zum Abriss führen, zwar nachvollziehen. „Wir vom Heimatverein wollen aber trotzdem auf das ,Schade‘ hinweisen und noch einmal zum Nachdenken anregen. Leider können wir nur den Hinweis geben und nicht selber aktiv werden, um dieses besondere Gebäude zu erhalten.“

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Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg/Westerstede
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