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NWZonline.de Region Delmenhorst

Ärzte geben Jungs aus Afghanistan Leben wieder

21.01.2020

Delmenhorst Nach der Untersuchung zeigte sich Markus Philipp zufrieden mit dem Heilverlauf bei Saiful. „Der Arm ist funktionell auf einem guten Stand. Alle Bewegungen sind möglich, er hat keine Schmerzen und die Narben sind restlos verheilt“, sagt der Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. Saiful ist zwölf Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Die Organisation Friedensdorf aus Oberhausen hatte ihn wie viele andere Kinder aus Krisenregionen für eine medizinische Behandlung nach Deutschland geholt. Das Stadtkrankenhaus Delmenhorst ist eine von rund 200 Partnerkliniken, die die Patienten kostenfrei behandeln.

Der junge Patient Saiful war noch einmal in Delmenhorst, weil ihm nach seiner Unterarm-OP eine Metallplatte entfernt werden musste. Er und der sechsjährige Khalid sind seit Mitte August in Deutschland. Von Anfang September bis Ende Oktober wurden sie stationär in der Kinderklinik behandelt. Bei Khalid war es eine chronische Entzündung im Oberarm, die eine Behandlung notwendig machte. Er hatte sich mit Tuberkulose infiziert. Unbehandelt sind solche Erkrankungen lebensbedrohlich.

„Die medizinische Versorgung ist dort nicht auf dem hygienischen Stand wie bei uns“, berichtet Philipp. Verletzungen könnten wegen der Bakterien unbehandelt zu schwerwiegenden Krankheiten führen. Deshalb seien beispielsweise Tuberkulose-Infektionen wieder auf dem Vormarsch. Wenn die Patienten aus der Einrichtung in Oberhausen ins Kinderkrankenhaus nach Delmenhorst kommen, werden sie zunächst isoliert. „Die Schwierigkeit liegt darin, dass es sich um andere Krankheitsbilder handelt als die, mit denen wir sonst zu tun haben“, erklärt Matthias Viemann, Chefarzt der Kinderklinik. Deshalb müsse man bei der Diagnose „den Geist freimachen“.

Ganz unproblematisch ist es nicht, Kinder über so eine lange Zeit aus ihrem gewohnten Umfeld zu nehmen. „Grundsätzlich haben sich die beiden Jungs bei uns sehr wohl gefühlt“, berichtet Kinderkrankenschwester Tanja Müller. Allerdings habe sich gerade Saiful viele Gedanken gemacht und Sorgen gehabt: „Vor den Behandlungen hatten sie Angst und haben dann Aufmerksamkeit gefordert.“ Es sei schwierig gewesen, keine enge Bindung zu den beiden Kindern aufzubauen. Da alle Kinder wieder in ihre Heimat zurückkehren, wenn sie gesund sind, soll die Verweildauer möglichst kurz sein. „Wir wollen niemanden verwöhnen, denn am Ende müssen sie wieder in einfachen Verhältnisse leben“, erklärt Friedensdorf-Koordinatorin Janna Leptien aus Oldenburg.

In jedem Jahr nimmt das Stadtkrankenhaus Delmenhorst ein bis zwei Patienten aus dem Programm auf. Die Rückkehr in die Heimat von Saiful und Khalid ist Mitte Februar geplant. In der Maschine kommen dann 70 neue Patienten aus Afghanistan nach Oberhausen, denen die Ärzte ihr Leben wiedergeben.

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Arne Jürgens Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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