Delmenhorst - „Die Pandemie hat am Arbeitsmarkt eine deutliche Spur hinterlassen“, sagt Karin Kayser, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit Delmenhorst. Nach den ersten Kurzarbeit-Anzeigen bereits im Februar folgten im März und April zahlreiche weitere, als in vielen Branchen nicht mehr oder deutlich weniger gearbeitet werden konnte. Das betraf Läden, Hotels und Restaurants, Personenbeförderung, Physiotherapie-Praxen, Friseure, aber auch viele andere Gewerke.
So ist auch die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt Delmenhorst im April um 428 Personen (+11,9 Prozent) gestiegen. 4031 Frauen und Männer waren arbeitslos gemeldet (10,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Arbeitslosen um 350 Personen oder 9,5 Prozent höher.
Dabei meldeten sich mehr als 290 Menschen in der Stadt Delmenhorst nach Verlust der Stelle arbeitslos. Am deutlichsten fiel der Anstieg mit 53 Personen in der Arbeitnehmer-Überlassung aus (+8,2 Prozent zum Vorjahr). Einen hohen prozentualen Anstieg gab es im Gastgewerbe: Dort kam es aufgrund der Schließungen zu Kündigungen, es meldeten sich 25 Personen arbeitslos – 316,7 Prozent mehr als im Vorjahr.
Freie Stellen
Bei den gemeldeten Stellen macht sich die Lage ebenfalls bemerkbar. Im April waren 548 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber März ist das ein Rückgang von 49 (-8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 66 Stellen weniger (–11 Prozent). Arbeitgeber meldeten im April 35 neue Arbeitsstellen, das waren 108 oder 76 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Die Nachfrage an Bewerbern ist nur für Berufe in Bau, Architektur und Gebäudetechnik mit 80 Stellen (78 im März) leicht gestiegen. In allen übrigen Bereichen ist sie leicht rückgängig.
Kurzarbeit
Im April (Stichtag 26. April) haben in Delmenhorst 567 Unternehmen für insgesamt bis zu 7810 Beschäftigte konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Im März waren es noch 40 Anzeigen für 345 Beschäftigte. Im Vorjahr gab es im März und April keinen Betrieb, der konjunkturelle Kurzarbeit anzeigte.
